Hohenlockstedt (mk) – Damit hatte Organisatorin Helga Petersen nicht gerechnet: Nach Angaben der Veranstalterin waren rund 500 Teilnehmer zur Kundgebung „Holo steht auf – gegen Rechtsextremismus, für Demokratie“ auf den Marktplatz gekommen. Mit bunten Fahnen, Schildern und Plakaten zeigten die Teilnehmer jeden Alters trotz Dauerregens Flagge und positionierten sich ganz klar gegen Rechts, gegen die AfD und für die Demokratie.
„Die AfD ist zwar demokratisch gewählt – sie ist aber keine demokratische Partei, sondern sie ist völkisch und rassistisch“, sagte Propst Steffen Paar und appellierte an alle Teilnehmer, dass es bei weitem nicht ausreiche nur dagegen zu sein. „Es braucht Haltung als Grundpfeiler unserer Demokratie und Zukunft“. Umso erfreulicher zeigte sich daher auch Wiebke Tischler vom Bündnis für Toleranz Kellinghusen und Umgebung. „Wir sind viele!“, sagte sie immer wieder und setzt sich laut und deutlich für Toleranz, Mitmenschlichkeit und Demokratie ein.
Seinen Vorrednern schloss sich unter anderem auch Rüdiger Blaschke an. Er erinnerte an den ersten Hohenlockstedter Bürgermeister, Albert Bohnsack, der 1935 von den Nationalsozialisten aus dem Amt gedrängt wurde. Thomas Käpernick von der Arbeitsgemeinschaft Neuengamme blickte auf all die Menschen zurück, die im KZ auf brutalste Weise ihr Leben verloren. Dass die Wichtigkeit des Themas der Kundgebung bei den Menschen angekommen sei, erfüllte auch Bürgermeister Wolfgang Wein mit Zufriedenheit. Sein Anliegen: „All unsere politischen Parteien in der Gemeinde sollen die gleiche Sprache sprechen.“ Carsten Fürst (BfH), Rositta Krämer (SPD) und Kunsthistorikerin Ulrike Boskamp verurteilten die Pläne rechtsextremer Gruppen, Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland zu deportieren.