Itzehoe (anz) – Das letzte Viertel beginnt. Sven Cikara setzt Finn Fleute in Szene, der trifft für die Itzehoe Eagles zum 77:57 bei den BSW Sixers. Dennoch wird die Partie noch einmal knapp, aber schließlich landen die Eagles ihren nächsten Auswärtssieg in der BARMER 2. Basketball Bundesliga: 96:89 (18:11, 26:25, 31:21, 21:32).
Die ersten Angriffe der Gäste gingen daneben, sie gerieten mit 0:5 in Rückstand, den sie aber schnell ausglichen. Fünf Minuten lang lief die Partie rasant hin und her, allerdings auch mit vielen Fehlern. Dann gab es mehrere gute Nachrichten für die Eagles: Trey McBride kehrte nach Verletzungspause auf das Feld zurück, die Verteidigung machte den Sixers das Leben sehr schwer, und gestützt auf Dreier von Lucien Schmikale und Toni Nickel übernahmen sie die Führung, die sie nicht mehr hergeben sollten.
Ein wesentlicher Grund dafür: Die Itzehoer hatten immer wieder jemanden, der im richtigen Moment einen Akzent setzte, sechs Spieler punkteten zweistellig. Reihenweise zeigten sie sehenswerte Ballstafetten und spielten sich freie Würfe heraus, die dann auch hochprozentig saßen: Mehr als die Hälfte der Dreierversuche landete im Korb. Das sah bei den Gastgebern lange anders aus, zur Halbzeit führten die Eagles mit 44:36.
Die zweite Hälfte eröffneten die Gäste mit mehreren weiteren Dreiern, ein Freiwurf von Tobias Möller war nach rund fünf Minuten der erste Punkt, der nicht aus der Distanz erzielt wurde. Eine typische Szene: Die Sixers kamen zum Korb durch und trafen, nur Sekunden später kam die Antwort: Cikara spielte auf der anderen Seite die BSW-Verteidigung auseinander und servierte Sydnee Bijlsma den Ball für einen freien Korbleger. Kurz vor dem Ende eines starken Viertels lieferte Möller noch ein Highlight: Nach Ballgewinn in der Verteidigung stürmte er nach vorn und vollendete per Dunk.
Doch nach der 20-Punkte-Führung durch Fleute kippte die Partie in Richtung der Gastgeber, die sich deutlich steigerten. Sie trafen besser, verteidigten intensiver und verkürzten den Rückstand bis auf 82:86. Da war der Kapitän gefragt: Schmikales Dreier ließ die Eagles durchatmen, kurz darauf punktete McBride mit Korbleger zum 91:82 – die Entscheidung rund 70 Sekunden vor Schluss.
„Ein verdienter Sieg“, sagte Eagles-Coach Timo Völkerink. Das Team habe gerade defensiv sehr diszipliniert agiert, den Gegner zu vielen Würfen gezwungen und ihn dabei sehr lange bei einer katastrophalen Dreierquote gehalten. Zwar sei zu hinterfragen, warum es noch einmal eng geworden sei, aber die Sixers hätten sich in dieser Phase auch in einen Rausch gespielt und auf einmal schwere Dreier getroffen. „Aber auch diesen Kampf haben wir dann nach zwei Minuten Eingewöhnungszeit angenommen“, sagte Völkerink. Besonders hob er die vielen gelungenen Angriffe hervor, in denen der Ball selbstlos und teamorientiert bewegt wurde. Fast 100 Punkte auswärts zu erzielen in einer Halle, in der seit fünf Jahren kein Sieg gelungen war – das verdiene das Prädikat „big win“.
Am kommenden Wochenende sind die Eagles spielfrei, dann geht es auswärts in Essen weiter. Eagles: Lucien Schmikale (16, 4 Dreier), Finn Fleute (15), Trey McBride (15, 3 Dreier), Toni Nickel (13, 3 Dreier), Tobias Möller (11), Sven Cikara (10, 1 Dreier), Sydnee Bijlsma (7), Chris Herget (6, 2 Dreier), Jonathan Elzie (3, 1 Dreier), Finley Schlecht, Tino Wohltmann, Hannes Schmidt.