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Finanzielle Rückendeckung fürs Klinikum Itzehoe

Der Kreis Steinburg wird die Klinik in einem ersten Schritt mit acht Millionen Euro für 2024 unterstützen.

Logo: Klinikum Itzehoe

Itzehoe (anz) – Das Klinikum Itzehoe erhält finanzielle Rückendeckung von seinem Träger. Der Kreis Steinburg wird die Klinik in einem ersten Schritt mit acht Millionen Euro für 2024 unterstützen. Die Unterstützung soll in erster Linie in Form einer Verbandsumlage fließen, die von den Vertretern der Verbandsversammlung in ihrer jüngsten Sitzung festgesetzt worden ist.

„Das Klinikum Itzehoe ist ein gut aufgestelltes Krankenhaus und als einer der größten Schwerpunktversorger im Land für die Versorgung der Menschen im Kreis Steinburg, als auch entlang der gesamten Unterelbe-Region unverzichtbar. Mit unserem Beschluss sichern wir diese Position und geben den Beschäftigten sowie den Menschen in der Region Sicherheit“, erklärt Verbandsvorsteher Marcel Ulrich.

Getragen wird das Krankenhaus von einem Zweckverband, dessen Mitglieder der Kreis Steinburg und die Stadt Itzehoe sind. Landrat Claudius Teske und Bürgermeister Ralf Hoppe stehen klar zu ihrem Krankenhaus und betonen, dass das erwartete Defizit in erster Linie Folge der Finanzierungskrise im Gesundheitswesen ist.  
„Das Klinikum Itzehoe ist medizinisch und baulich gut aufgestellt und genießt hohes Vertrauen in der Bevölkerung. Allerdings steigt die Vergütung durch die Krankenkassen nicht im gleichen Maße wie die Inflation und die Personalkosten, weswegen die Betriebskosten aus den laufenden Einnahmen nicht gedeckt werden können,“ erklären Teske und Hoppe.
Laut den Regularien des Verbandes hat der Kreis die Umlage für die Unterstützung der Klinik zu leisten. Er ist gemäß Krankenhausgesetz des Landes Schleswig-Holstein für die Sicherstellung der stationären Gesundheitsversorgung verantwortlich. Der Landrat schließt daher weitere finanzielle Unterstützung zur Stärkung des Eigenkapitals der Klinik abhängig von der Haushaltsentwicklung des Kreises nicht aus.

Claudius Teske hat aber eine klare Botschaft an die Adresse von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach: „Wir sind als Kreis an der Grenze der finanziellen Leistungsfähigkeit und können nicht Defizite auffangen, die durch bundesweite Regelungen entstehen. Wir fordern daher unverzüglich eine auskömmliche Krankenhausfinanzierung und langfristige Planungssicherheit durch eine sachgerechte Weiterentwicklung der Krankenhausfinanzierung und der Krankenhausreform.“ Vor dem Hintergrund der Krankenhausreform sehen der Landrat und der Bürgermeister auch die Notwendigkeit, eine engere Zusammenarbeit des Klinikums mit anderen Häusern des 6K Klinikverbundes zu prüfen. Der Hauptausschuss des Kreistages und jetzt auch die Zweckverbandsversammlung haben Krankenhausdirektorin Hannah Maria Werner dazu ein Mandat erteilt.
Gleichlautende Beschlüsse hatten zuvor schon die Städte Kiel und Neumünster sowie der Kreis Dithmarschen gefasst.  

„Wir versorgen die Region. Die Beschäftigten des Klinikums Itzehoe sind rund um die Uhr für die Menschen hier in der Region da. Sie stellen eine qualitativ hervorragende Leistungsfähigkeit immer wieder aufs Neues unter Beweis. Der Beschluss der Zweckverbandsversammlung erkennt diese Arbeit an und unterstützt die Sicherstellung der Versorgung der Region. Das ist notwendig und dafür sind wir dankbar“, so Hannah Maria Werner. Die Krankenhausdirektorin unterstreicht aber: „Unser Anspruch ist es, kostendeckend zu arbeiten und langfristig nicht auf Zuschüsse unserer Träger angewiesen zu sein. Dafür sind wir auf die kurzfristige Umsetzung einer auskömmlichen Finanzierungsstruktur vom Bund angewiesen. Gleichzeitig sind wir in einem gemeinsamen Prozess mit alle Mitarbeitenden der Klinik dabei Veränderungen zu gestalten.“
Die Krankenhausdirektorin kündigte in diesem Zusammenhang an, Prozesse im Haus auf den Prüfstand stellen, weiterzuentwickeln und optimieren zu wollen. Auch möchte sie das Mandat des Hauptausschusses nutzen, Möglichkeiten der engeren Zusammenarbeit mit den Partnerkliniken auszuloten.  
Das Klinikum Itzehoe plant für 2024 mit einem Verlust von rund 13 Millionen Euro.

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