Brokdorf (anz) – Umweltminister Tobias Goldschmidt: „Mit der Rücknahme werden wir unserer Verantwortung für die hochradioaktiven Abfälle aus deutschen Atomkraftwerken gerecht, lösen völkerrechtliche Verträge ein und schließen ein weiteres Kapitel des Atomausstiegs. Es ist jetzt Aufgabe unserer Generation, den weiteren Rückbau verantwortungsvoll voranzubringen und ein sicheres Endlager zu finden.“
Mit der Einlagerung der sieben Castor-Behälter im Zwischenlager in Brokdorf wird die Aufbereitung hochradioaktiver Abfälle aus Deutschland nach gut 30 Jahren nun abgeschlossen. Um sich ein Bild vom Stand der Einlagerung zu machen und die Arbeit der letzten Jahrzehnte zu würdigen, besuchte Umweltminister Tobias Goldschmidt gemeinsam mit Bundes-Staatssekretär Jochen Flasbarth den Standort.
Umweltminister Tobias Goldschmidt: "Ich bedanke mich bei allen Einsatzkräften, Sachverständigen und Mitarbeitern, sowohl der Polizei als auch der beteiligten Unternehmen, für den reibungslosen Ablauf sowie die professionelle Begleitung der Castoren auf dem Rückweg nach Deutschland. Mit der Einfahrt auf das Werksgelände übernehmen wir nun die atomrechtliche Aufsicht und werden die sorgsame Einlagerung eng begleiten. Die Sicherheit der Bevölkerung steht dabei an oberster Stelle.“
Die Castoren sind am Mittwoch Abend (17. Juni) in Brokdorf angekommen, das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) hat damit als Aufsichtsbehörde deren atomrechtliche Überwachung übernommen. Die Behälter werden nun schrittweise im Standortzwischenlager eingelagert. Die Abfälle in den Castorbehältern stammen aus der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield und haben ihren Ursprung in deutschen Atomkraftwerken und wurden auf diese wieder verteilt.
Die Wiederaufbereitung von abgebrannten Kernbrennstoffen sollte die Menge an hochradioaktivem Abfall verringern. Diese konnten jedoch nicht vollständig wiederverwertet werden. Übrig bleibt hochradioaktiver Müll, der bis zum Weitertransport ins Endlager aufbewahrt werden muss.
„Mit der Rücknahme werden wir unserer Verantwortung für die hochradioaktiven Abfälle aus deutschen Atomkraftwerken gerecht, lösen völkerrechtliche Verträge ein und schließen ein weiteres Kapitel des Atomausstiegs. Es ist jetzt Aufgabe unserer Generation, den weiteren Rückbau verantwortungsvoll voranzubringen und ein sicheres Endlager zu finden“, so Goldschmidt.
Weitere Informationen
Das Brennelemente-Zwischenlager beinhaltet bereits die abgebrannten Brennelemente des Kernkraftwerkes Brokdorf und ist für die Aufnahme der zurück geführten Abfälle ausgelegt und genehmigt. Der Transport nach Brokdorf wurde vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) als zuständige Behörde genehmigt und von der Landespolizei Schleswig-Holstein beaufsichtigt.