Itzehoe (bg) – Europa im 16. Jahrhundert. Das bedeutete vor allem Umbruch. Alte Gewissheiten wurden in Frage gestellt, eine neue Ordnung gab es noch nicht. Christopher Kolumbus hatte einen neuen Kontinent entdeckt, Martin Luther stellte die kathlische Kirche in Frage und Johannes Gutenberg erfand den Buchdruck.
In diese Zeit wurde Heinrich Rantzau 1526 auf der Steinburg hineingeboren. Nach seinem Studium in Wittenberg, wo er unter anderem Martin Luther kennenlernte, ging er an die Höfe der großen europäischen Herrscher – Kaiser Karl V. und Queen Mary I. –, bevor der dänische König Christian III. ihn 1554 zum königlichen Rat ernannte. Bis zu seinem Tod 1598 auf der Breitenburg sollte Heinrich Rantzau einer der mächtigsten, einflussreichsten und gelehrtesten Männer Nordeuropas werden. „Eher weicht die Sonne von ihrer Bahn ab als Heinrich Rantzau vom rechten Pfad“, soll Kaiser Karl V. anerkennend gesagt haben.
Festakt am 11. März
Um den 500. Geburtstag von Heinrich Rantzau zu feiern, laden der Heimatverband Kreis Steinburg, das Kreismuseum Prinzeßhof und das Stadtmanagement Itzehoe am Mittwoch, den 11. März, um 19 Uhr zu einem großen Festakt in die St. Laurentii-Kirche (Kirchenstraße 8) ein.
„Es soll eine bunte Geburtstagsfeier werden, zu der jeder eingeladen ist“, sagt Herbert Frauen vom Heimatverband und stellt das abwechslungsreiche Programm vor: Trachtentanz, Lesung von plattdeutschen Texten von Heinrich Rantzau, Musik auf historischen Instrumenten sowie Sofagespräche mit Rantzau-Expertin Birgit Scheiter und Historiker Detlev Kraack.
Der Festakt bildet nur den Auftakt zahlreicher Veranstaltungen rund um Heinrich Rantzau im Laufe des Jahres. So zeigt zum Beispiel das Kreismuseum Prinzeßhof noch bis zum 25. Oktober die Ausstellung „Heinrich Rantzau. Zwischen Macht und Gelehrsamkeit“, in der unter anderem Bücher von Heinrich Rantzau aus dem 16. Jahrhundert zu sehen sind, Medaillen mit seinem Portrait und Epitaphien von ihm und seiner Frau Christine von Halle.
Außerdem wird Birgit Scheiter die Radtour „Auf den Spuren von Heinrich Rantzau“ anbieten (25. April und 27. September). Darin geht es zu den Orten, an denen Heinrich Rantzau bis heute seine Spuren hinterlassen hat, wie beispielsweise den Tempel von Nordoe, seine Baumschulen in Winseldorf und Lägerdorf oder die vielen Mühlen.
Weitere Informationen zum Leben und Wirken von Heinrich Rantzau, zur aktuellen Forschung und zu allen Veranstaltungen in den Kreisen Steinburg und Segeberg findet man online (www.heinrich-rantzau.de).