Wacken (anz) – In ihrem Berufsleben, das nun zu Ende geht, hat Pastorin Denise Westphal zahlreiche Gemeinden kennengelernt. Und das hat seinen Grund.
Im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde gehörte Denise Westphal zu den ersten Pastoren, die im Vertretungsdienst tätig wurden. Seit 2016 hat sie in Gemeinden gearbeitet, die aufgrund von Krankheit oder fehlendem Personal pastorale Unterstützung brauchten.
Ihre erste Station als Vertretungspastorin war eine Stelle an der St. Marien-Kirche in Rendsburg. Weiterhin arbeitete sie in Nortorf, Hohenwestedt, an der St. Jürgen-Kirche in Rendsburg, an der Christkirche in Rendsburg, in Wacken und Osterrönfeld. „In Wacken habe ich ganz neue Erfahrungen gesammelt“, erzählt sie. Die Pastorin denkt zum Beispiel an einen Gottesdienst mit den Metalheads. Oder an ein Paar in Metal-Kutten, das sie getraut hat.
Ihre letzte Station war Schacht-Audorf. „Jede Kirchengemeinde hat andere Schwerpunkte. Das fand ich sehr abwechslungsreich. Es hat mich immer wieder neu gefordert.“ Westphal bezeichnet sich selbst als „flexibel“: „Es ist wichtig, im kirchlichen Leben mit der Zeit zu gehen“, meint sie. So hat sie die Arbeit mit Konfirmanden kompakt in zahlreichen „Konficamps“ umgesetzt.
Bei ihrer ersten Stelle vor der Zeit im Vertretungsdienst hat sie im Pastorat in Büdelsdorf/Rickert Gute-Nacht-Geschichten für Kids angeboten. „Es sind viele Kinder gekommen. Ein besonderes Ereignis dieser Zeit war für sie auch der Bau des freistehenden Glockenturms in Rickert – ein Projekt, an dem sie beteiligt war. Damals hat sie auch mit Ehrenamtlichen ein paar Hundert Rucksäcke mit Pflegeartikeln für Frauen im Kosovo gepackt und Spenden gesammelt. „Ich bin praktisch orientiert und es macht mir Freude, zu helfen.“
Im Anschluss arbeitete sie in der Gemeinde Westerrönfeld. Das war zur Zeit der ersten Flüchtlingswelle. „Wir haben ein Flüchtlingscafé eingerichtet und zusammen mit der Kommune eine Kleiderkammer aufgebaut“, schildert die Pastorin.
Außerdem lag ihr immer die Seelsorge am Herzen, zum Beispiel in Gesprächen mit Trauernden. Ihre Begleitung war der Pastorin wichtig. Was sie allerdings nicht liebt: „Verwaltung liegt mir nicht“, verrät sie. Und dennoch: Wird sie gefragt, ob sie den Beruf noch einmal ergreifen würde, muss sie nicht lange überlegen: „Auf alle Fälle!“, lautet ihre Antwort.