Kellinghusen (bg) – Mehr als 60 Keramiker aus ganz Deutschland sowie Gäste aus Lettland, Österreich und Ungarn kommen am nächsten Wochenende nach Kellinghusen, um hier ihre Werke zu präsentieren. Zum Töpfermarkt auf dem Unteren und Oberen Marktplatz gibt es am Samstag, den 8. August, von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag, den 9. August, von 10 bis 17 Uhr wieder viel zu entdecken.
Die große Bandbreite der ausgestellten Stücke reicht von Gebrauchskeramik bis hin zu Sammlerstücken, von Geschirr bis zu Gartendekoration, von modern bis klassisch. Besucher dürfen sich also wieder auf einen abwechslungsreichen Markt freuen.
Nachdem das Keramik Centrum Kellinghusen e. V. (KCK) den Töpfermarkt zwölf Jahre lang organisiert hatte, liegt er nun zum zweiten Mal in den Händen des Museums „betont“ und des Stadtmarketings. Mit einem neuen Design auf dem Plaktat und dem Flyer geben sie der Veranstalung nun einen neuen Anstrich. „Das Plakat haben wir so gestaltet, dass es über mehrere Jahre hinweg genutzt werden kann“, sagt Hannah Reimers, Leiterin des Stadtmarketings.
Die Farbe des Flyers soll dagegen wechseln. In diesem Jahr ist es Seladon. „Seladon ist eine mattgrüne Glasur, die bereits im 9. Jahrhundert in China entwickelt wurde und dort sehr beliebt war, weil sie an Jade erinnert“, erklärt Jan-David Mentzel, Leiter des Museums „betont“.
Außerdem wurde das Angebot um zehn neue Aussteller erweitert. Die Auswahl erfolgt weiterhin durch eine fachkundige Jury.
Trotz einiger Neuerungen ist es Hannah Reimers und Jan-David Mentzel wichtig, die gewachsenen Traditionen und die hohe Qualität zu erhalten. Und auch der KCK wird weiterhin mit einem Infostand auf dem Töpfermarkt zu finden sein und sich um das Wohl der Aussteller kümmern.
Und natürlich wird es auch den traditionellen Töpfermarktbecher wieder geben, der mit seiner limitierten Auflage von 80 Stück zu einem beliebten Sammlerstück geworden ist.
Für das leibliche Wohl ist auf dem Markt ebenfalls gesorgt. So gibt es neben Kaffee und Kuchen auf dem Oberen Marktplatz auch einen Imbiss, Eis und Crêpes auf dem Unteren Marktplatz.
Wer neben der aktuellen Kunst auch einen Blick in die Geschichte der Fayencen werfen möchte, erfährt bei dem Historischen Stadtrundgang, der an beiden Tagen um 14 Uhr angeboten wird, wie Kellinghusen zur Keramikstadt wurde.
Das Museum „betont“ bietet spannende Einblicke sowohl zu Fayencen wie auch zu historischen Tasteninstrumenten. Darüber hinaus wird am Donnerstag, den 6. August, die Sonderausstellung „Aufbrüche“ mit zeitgenössischen Werken von In Jung eröffnet. Die Kieler Künstlerin setzt sich mit Prozessen von Verletzung und Heilung auseinander. Die Ausstellung läuft bis zum 23. August.
Rahmenprogramm
betont Ton & Tastenmuseum
Im Museum „betont“ im Historischen Rathaus (Am Markt 9) sind die Dauerausstellung „Historische Fayencen und historische
Tasteninstrumente“ und die Sonderausstellung „Aufbrüche“ mit Werken von In Jung zusehen. Außerdem zeigt Sabine Heckmann an beiden Tagen von 12 bis 13 Uhr Fayence-Malerei.
Keramik-Rundgang
Erstmals namentlich erwähnt wurde Kellinghusen um das Jahr 1148. Ein großes Tonvorkommen begünstigte die Gründung
von Fayence-Fabriken, die seit dem 18. Jahrhundert die Stadt prägten. Auf der Historischen Stadtführung erfährt man mehr über die spannende Geschichte der Stadt. Treffpunkt ist an beiden Tagen um 14 Uhr im Historischen Rathaus (Am Markt 9).
Stadtmarketing
Das Stadtmarketing hat einen Infostand auf dem Unteren Marktplatz, wo man unter anderem den Töpfermarktbecher bekommt.
Luisenberger Turm
Mit seinen 22 Metern Höhe bietet der Luisenberger Turm (Lindenstraße 95) einen guten Rundblick über Kellinghusen. Er wurde 1858 als Aussichtsturm errichtet und ist benannt nach Gräfin Luise zu Rantzau benannt hatte.
St. Cyriacus-Kirche
Die St. Cyriacus-Kirche vereint mittelalterlichen Feldsteinmauern mit moderner Inneneinrichtung. Zum Töpfermarkt ist die Kirche für alle Interessierten geöffnet, sei es um sie zu besichtigen, zu beten oder für ein Gespräch bei Kaffee und Kuchen.
Gedenkhalle
In der Gedenkhalle an der St. Cyriacus-Kirche (Lindenstraße 2) wird an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnert. Seit 2001 kümmern sich die Kellinghusener Reservisten um die Pflege und öffnen sie zu besonderen Anlässen für die Öffentlichkeit.
Töpferbecher
Mit seiner limitierten und nummerierten Auflage von 80 Stück ist der Töpfermarktbecher ein einmaliges Sammlerstück. Als eine echte Fayence ist er in Kellinghusen seit Jahren Tradition. In diesem Jahr wurde der Töpfermarktbecher wieder in der Werkstatt von Annelies Liebschner-Stabenow (LiSt-Keramik) gefertigt. Er kann an beiden Markttagen am Stand des Stadtmarketings (unterer Marktplatz) erworben werden. Sollten nach dem Keramikmarkt noch Reststücke übrig sein, können diese im Museum „betont“ (Am Markt 9) erworben werden.