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Zwischen Marsch und Schleuse

Industriekultur am Wasser

© Foto: R. Ganzke, © Plakatdesign: Ina Saken

Kreis Steinburg (anz) – Wenn am letzten Septemberwochenende die Tage der Industriekultur am Wasser in der Metropolregion Hamburg ihre Tore öffnen, werden auch in Itzehoe, Elmshorn, Brunsbüttel, Heide und Stördorf Geschichten sichtbar, die sonst im Verborgenen liegen. Zwischen Marsch und Hafen, Turm und Schleuse öffnet sich ein Panorama aus Bauwerken und Erinnerungen. Ein Wochenende voller Wasser, Wandel und Wiederentdeckungen. Die Region lädt zum Erkunden ein.

Itzehoe
Wo einst Kreide abgebaut und Zement gemischt wurde, liegt heute ein Ort des Erinnerns. Auf dem Gelände der ehemaligen Zementfabrik Alsen in Itzehoe erzählen Ruinen, alte Industriehallen und eine multimediale Ausstellung von Aufschwung und Wandel. Die Ausstellung „Planet Alsen“ eröffnet neue Perspektiven auf Arbeit, Technik und Architektur – eingebettet in ein still gewordenes Werk, das einst bis nach Übersee lieferte. Ein paar Schritte weiter schlägt das Kreismuseum Prinzeßhof den Bogen zur Schifffahrt – eng verwoben mit der Zementproduktion und der Zuckerfabrik Charles Pierre de Vos. Eine Stadtführung erzählt vom steilen Aufstieg und dramatischen Fall der Unternehmerfamilie.

Glückstadt
In Glückstadt liegt mit der "Rigmor von Glückstadt" das älteste noch fahrende Schiff Deutschlands. Der 1853 erbaute Traditionssegler war einst als Zollkreuzer, Frachtsegler und Steinfischer unterwegs. An diesem besonderen Wochenende heißt es „Leinen los“ – die Segel werden gesetzt und es geht hinaus aufs Wasser. Dabei erfahren die Gäste Spannendes über die Geschichte des Schiffes und den Alltag an Bord.

Wilstermarsch
Wo heute Rinder grasen und Gräben das Land durchziehen, prägte einst eine raffinierte Entwässerungstechnik die Landschaft der Wilstermarsch – Rieselwiesen – zu entdecken in Suderburg. In Stördorf öffnet die Windschöpfmühle Honigfleth ihre Türen. Sie steht stellvertretend für hunderte Windmühlen, die die tief liegende Marsch entwässerten. Gäste erfahren hier, wie Natur und Technik sich über Generationen ergänzten.

Brunsbüttel
Brunsbüttel ist Knotenpunkt für Welthandel. Die Schleusen am westlichen Ende des Nord-Ostsee-Kanals verbinden Elbe und Ostsee, überbrücken Höhen, regeln Ströme. Bei einem Rundgang erschließt sich die Technik dieses Bauwerks – vom Schleusentor bis zur Museumsausstellung im Atrium. Wasser bewegt hier Schiffe und Menschen gleichermaßen.

Heide
1901 veränderte eine Typhuswelle die Stadt Heide – der Bau einer zentralen Wasserversorgung begann. Der Wasserturm, errichtet 1903, wurde zum technischen Herzstück der Stadt. Wer ihn heute besteigt, blickt weit über Dächer und Felder und zurück auf ein Jahrhundert Technik. Führungen machen deutlich, wie Wasser Stadtentwicklung prägte und was Technik im Alltag leisten kann.

Elmshorn
In Elmshorn liegt das Motorschiff "Klostersande" fest vertäut – früher Aushängeschild der Köllnflockenwerke, heute schwimmendes Museum. Wer an Bord geht, riecht noch den Geruch der Ladung, hört vom Hafer, der den Weg über die Elbe nahm. Im Industriemuseum Elmshorn werden Geschichten erzählt – aus Sicht derer, die Maschinen warteten, Schiffe beluden und das industrielle Wachstum mitprägten. Ein Rundgang durch den Hafen führt in die Welt der historischen Getreidewäger. Hoch oben auf ihren Gestellen überwachten sie die Verladung und kontrollierten die Qualität.

Mehr Informationen zur Anmeldung und zum Gesamtprogramm findet man online (www.tagederindustriekultur.de). 

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