Itzehoe (sf) – Das Kreismuseum Prinzeßhof setzt neue Maßstäbe in der Vermittlung von Geschichte. Mit der Einführung einer Virtual Reality (VR) Anwendung zur Burg Itzehoe wird der Museumsbesuch zu einem immersiven Erlebnis. Diese innovative Technologie erlaubt es den Besuchern, in die Vergangenheit einzutauchen und Geschichte auf eine völlig neue Weise zu erleben.
Esther Wrobbel, die Leiterin des Kreismuseums, suchte nach einem Thema, welches sich nicht leicht durch traditionelle Ausstellungsobjekte darstellen lässt und entschied sich für das Mittelalter und die Burg Itzehoe. Die um das Jahr 1000 erbaute Ringwallburg spielte eine bedeutende Rolle in der Sicherung des Herzogtums Sachsen und lag strategisch günstig an mehreren Heereswegen. Heute ist von der ursprünglichen Burg kaum noch etwas sichtbar, doch die VR-Anwendung ermöglicht es, diese historische Stätte wieder zum Leben zu erwecken.
„Wir wollten etwas schaffen, das den Besuchern ermöglicht, eine eigenständige Zeitreise zu unternehmen. Man kann die Burg und ihre Umgebung erkunden, sehen, wie sie damals aussah und wie sie genutzt wurde,“ erklärt Wrobbel.
Silke Tessmann-Storch aus dem Vorstand von Dataport zeigte sich ebenfalls begeistert: „Es ist beeindruckend, wie realistisch und eindrucksvoll die VR-Welt die Vergangenheit erlebbar macht.“
„Die Itzehoer Ringwallburg wurde anhand historischer Quellen rekonstruiert“, erläutert Projektleiterin Jasmin Meziou. „Die interaktive Natur der VR-Anwendung trägt dazu bei, dass das Wissen besser aufgenommen wird. Die größte Herausforderung war es, die VR-Station so zu gestalten, dass sie in die Dauerausstellung integriert werden kann, ohne dass eine ständige Betreuung durch das Museumspersonal erforderlich ist.“
Entwickelt wurde die VR-Anwendung in Zusammenarbeit mit Dataport und finanziert durch den „Digitalen Masterplan Kultur“ der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek. Dank einer Fördersumme von 60 000 Euro und 6 000 Euro Eigenmitteln konnte das Projekt realisiert werden. Die Gelder flossen in die Entwicklung der Software sowie in die Anschaffung der notwendigen Hardware, bestehend aus zwei VR-Brillen und Sesseln, die als zentrales Element in der Ausstellung dienen.
Die Testphase während des Sommerfests zeigte schnell, dass vor allem jüngere Besucher von der neuen Attraktion begeistert waren. Auch ältere Besucher, die ihre anfängliche Scheu überwanden, zeigten sich fasziniert von der virtuellen Zeitreise.