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Morgentau ist Vergangenheit, denn PHAKT sind da

Konzert im KDW am 20. Juli

Thomas Schmidt, Achim Pohnke, Klaus Hoffmann, Hartmut und Philip Richter wagten den Neuanfang und firmieren nicht mehr als Morgentau, sondern als PHAKT. Foto: Szymura

Neumünster (rjs) – Die Geschichte dieser Band beginnt vor vielen Jahrzehnten Ende der 70er Jahre in Neumünster. Als „Morgentau“ konnten die Musiker kleine Erfolge in der lokalen Musikszene erzielen, dazu gehört zum Beispiel ein Sieg bei einem Bandwettbewerb in den Holstenhallen 1981. „Danach musste ich leider die Band verlassen, da ich noch erfolgreich Handball in Wittorf gespielt habe und zeitgleich in der Lehre war. Das waren zu viele Verpflichtungen, so dass ich mich nicht mehr auf die Musik konzentrieren konnte“, blickt Bassist Achim Pohnke zurück. Nach dessen Ausstieg kam den anderen Bandmitgliedern ebenfalls das Leben dazwischen und die Formation brach zusammen. Gespielt wurde melodischer Progressive Rock mit deutschen Texten. „Wir haben uns damals Gedichtbände und Romane aus der Bücherei geliehen von Dichtern und  Autoren wie Goethe, Hesse oder  Hölderlin und haben deren Gedichte vertont, beziehungsweise wir ließen uns von deren Schaffen textlich inspirieren. Das Lyrische war uns schon immer wichtig“, betont Pohnke, der sich damals mit dem ehemaligen Sänger Klaus Reimers fürs Texten verantwortlich gezeigt hat. „Auch wenn ‚Morgentau’ danach nicht mehr existierte, haben die meisten von uns weiter in anderen Projekten gespielt“, erzählt Keyboarder Thomas Schmidt.
Ganz überraschend meldete sich der ehemalige Sänger 2018 bei Achim Pohnke und fragte, ob dieser noch Kontakt zu den ehemaligen Mitgliedern hätte. „Unser alter Mischer, der uns bei vielen Konzerten begleitet hat, wollte seinen 60. Geburtstag feiern und wünschte sich dazu eine Reunion von uns. Ich hatte eigentlich zu allen noch losen Kontakt, da wir gebürtige Neumünsteraner sind und auch weiterhin in oder nicht weit von Neumünster wohnen. 
So ist man sich bei Veranstaltungen wie der Holstenköste über den Weg gelaufen. Nach einem gemeinsamen Frühstück in Bad Bramstedt trafen wir uns kurze Zeit später zu einer Probe und diese lief auch sehr gut“, erklärt Pohnke. Allerdings kamen auch schnell wieder die alten Differenzen zwischen Band und Sänger auf. 
„Die Wege trennten sich wieder und wir beschlossen 2022 ganz neu anzufangen: Das bedeutet neuer Name und neue Songs“, berichtet Schmidt. Allerdings fehlte nun ein Sänger. „Ich habe mit meinem Sohn Philip, der in der Gruppe ‚Mustangs Of Fire’ spielt, schon öfter darüber gesprochen, ob wir nicht mal was zusammen machen möchten. Und als uns dann ein Sänger fehlte, fragte ich ihn einfach und er hat gleich zugesagt“, so Gitarrist und Vater Hartmut Richter. Auf die Frage, ob es nicht seltsam sei, mit so alten Herren zu spielen, die doppelt so alt seien wie er, antwortet Philip Richter lachend: „Ich glaube die Jungs haben sich die letzten 40 Jahre kaum weiterentwickelt. Wir sind da auf einer Wellenlänge und durch die Musik fühlt man keinen Altersunterschied.“ 
Der Bandname „PHAKT“ ist ein Anagramm und setzt sich aus den Vornamen der Musiker zusammen: Philip Richter (Gesang und Gitarre), Hartmut Richter (Gitarre), Achim Pohnke (Bass), Klaus Hoffmann (Schlagzeug) und Thomas Schmidt (Keyboard).
„Wir haben jetzt insgesamt 16 Titel geschrieben, die wir auch demnächst aufnehmen möchten. Dem Genre sind wir treu geblieben, also progressiver Rock mit deutschen Texten. Einige Stücke sind über elf Minuten lang und verfügen über großartige Melodien mit mehrstimmigen Gitarren- und Keyboardpassagen oder Gesangsparts“, so der Keyboarder. Geprobt wird immer donnerstags. „Das macht uns so großen Spaß, dass man enttäuscht ist, wenn eine Probe ausfällt. Wir schauen oft, wenn es zeitlich nicht passt, ob man sich dann nicht spontan auf einen anderen Tag einigen kann“, so der Basser.
Auch die Frauen der Bandmitglieder freuen sich über die Aktivitäten ihrer Partner. „Ich habe am Anfang etwas gehadert, ob ich wieder mitmachen möchte. Eigentlich sagte ich am Anfang erst ab, doch die Entscheidung bereute ich schnell, und als es mit einem anderen Drummer nicht klappte, stieg ich ein. Meine Frau sagte mir, wie strahlend und glücklich ich immer von einer Probe nach Hause komme“, berichtet Klaus Hoffmann.   
Wer „PHAKT“ kennenlernen möchte, hat am heutigen Samstag, 20. Juli, Gelegenheit dazu. Ab 20 Uhr steht die Gruppe im KDW am Waschpohl auf der Bühne. Der Eintritt kostet 10 Euro an der Abendkasse.

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