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Goldene Scheckenfalter sind zurück!

Rettung der Schmetterlinge geglückt

© Malte Büttner

Nordoe (anz) – Zehn Jahre lang hat das Schmetterlings-Rettungs-Team der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein den filigranen Faltern unter die Schmetterlings-Flügel gegriffen – Lebensräume hergerichtet, kleine Raupen in Sicherheit aufgezogen und erst ab Überlebensgröße ausgesetzt – heute schaffen sie es im Stiftungsland Nordoe bei Itzehoe aus eigener Kraft. „Zehn Jahre nachdem wir die ersten Tiere ausgesetzt haben, können wir von einer stabilen, sich selbst erhaltenden Population in der Nordoer Heide sprechen“, kommentiert Insektenexperte Dr. Detlef Kolligs freudig.

Die letzten filigranen Falter flogen in den 1990er Jahren durch Nordoe – danach galten sie fast zwanzig Jahre lang in ganz Schleswig-Holstein als ausgestorben. Die Insektenretter des EU-geförderten Schmetterlings-Rettungsprojektes „LIFE Aurinia“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein setzten sich deshalb vor 14 Jahre ein ehrgeiziges Ziel: sie wollten den gold-karierten Falter zurück in seinen ursprünglichen Lebensraum bringen.

Dazu mussten aber erstmal die Lebensräume der Tiere auf dem ehemaligen militärischen Übungsplatz wieder hergerichtet werden, denn die Fläche war durch den eingestellten Übungsbetrieb stark mit Büschen, Bäumen und hochwüchsigen Gräsern zugewachsen. So wurde mit einer Vielzahl an Maßnahmen eine Landschaft mageren Grünlandes geschaffen, in der Raupen und Schmetterlinge genug Nahrungs- und Nektarpflanzen finden. Insbesondere die Bestände der Arnika – eine seltene gelb-blühende, heimische Wildpflanze – wurden durch gezielte Zucht aus eingesammelten Samen und daraus aufgezogenen Pflanzen wieder gestützt. Vierbeinige Landschaftspfleger – grasende Galloways, Exmoor-Ponys und Ziegen – sorgen seitdem dafür, dass nicht zu viel neues Buschwerk aufkommen und die ausgesäten Pflanzen wieder verdrängen kann.

Zwischen 2014 und 2016 wurden jährlich Scheckenfalter-Raupen ausgesetzt – insgesamt etwa 15.000 Stück. „Das hört sich viel an. Man geht aber davon aus, dass es nur etwa jede hundertste Raupe bis zum Falter schafft“, erklärt Detlef Kolligs. Er betreut die Maßnahme seit ihrem Beginn im Jahr 2010.
„Das Engagement hat sich definitiv ausgezahlt, der Goldene Scheckenfalter ist hier gerettet“, zieht Kolligs Resümee. Eine aktuelle Zählung hat 150 Exemplare an einem Tag ergeben – der reale Wert dürfte deshalb etwa zwei bis drei Mal so hoch sein.

Die Bedeutung des Erfolgs geht über die der Rettung der Falter hinaus. „Der Goldene Scheckenfalter sorgt für einen Mitnahme-Effekt. Dort, wo er zu finden ist, fühlen sich auch andere Insekten und Tiere wohl“, erklärt Kolligs und führt fort: „Insgesamt kann man also von einem Vorzeigeprojekt für den Naturschutz sprechen.“

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