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Einen "Dritten Ort" im HC schaffen

Patricia Fasheh will Bibliothek modernisieren

Seit dem 1. Juni ist Patricia Fasheh die neue Leiterin der Stadtbibliothek Itzehoe. © Görke

Die Stadtbibliothek soll zu einem öffentlichen Treffpunkt werden, wenn es nach Patricia Fasheh geht. © Görke

Itzehoe (bg) – Der amerikanische Soziologe Ray Oldenburg stellte 1989 sein Konzept  des „Dritten Ortes“ vor. Der Erste Ort sei dem Familienleben gewidmet, also das eigene Zuhause. Der Zweite Ort sei der Arbeitsplatz. Der Dritte Ort sollte als Ausgleich der ersten beiden Orte dienen: ein öffentlicher Raum, in dem sich Menschen treffen, miteinander in Kontakt kommen und so die Gemeinschaft fördern.

Genau so einen Dritten Ort möchte Patricia Fasheh für Itzehoe schaffen. Seit dem 1. Juni ist sie Leiterin der Stadtbibliothek und hat große Ziele.

Zuvor hat Patricia Fasheh die Stadtbibliothek Schwarzenbek im Kreis Herzogtum Lauenburg geleitet, war aber vor rund zehn Jahren schon mal in Itzehoe tätig. „Die Aussicht, die Stadtbibliothek im Holstein-Center (HC) in eine neue Generation zu führen, hat mich bewogen, den Schritt nach Itzehoe zu machen“, sagt sie. Voraussichtlich 2026 soll die Bibliothek in das renovierte HC umziehen, gemeinsam mit dem Stadtarchiv und der Volkshochschule (VHS).

Die Stadtbibliothek soll künftig zu einem Ort werden, an dem man sich treffen kann, wo Platz für Lesungen, Ausstellungen und Vorträge ist, wo man still für sich lernen kann und mit gemütlichen Ecken speziell für Kinder. „Dort werden wir mehr Platz haben und einzelne Bereich je nach Bedarf für unterschiedliche Nutzungen abtrennen können“, sagt Patricia Fasheh.

Ganz neu soll mit dem Umzug auch das RFID-System eingeführt werden. Damit können die Nutzer ihre Bücher selbst auschecken oder zurückgeben. „Einen Tresen wie wir ihn heute haben, wird es dann nicht mehr geben“, erklärt Patricia Fasheh. Die Mitarbeiter bleiben den Kunden jedoch weiterhin erhalten – sei es um bei der neuen Technik zu helfen, Lesetipps zu geben oder Wünsche entgegenzunehmen.

Für das neue RFID-System werden alle Bücher und Medien mit einem Chip versehen. In dem Zusammenhang wollen Patricia Fasheh und das Team der Stadtbibliothek den Medienbestand kritisch begutachten, Altes ausmisten und Neues anschaffen. „Neben dem physischen Bestand soll auch das digitale Angebot deutlich erweitert werden“, so die neue Leiterin. Dafür will sie zusätzliche Fördergelder beantragen.

Geplant ist außerdem die „Open Library“ einzuführen, was in Hamburg bereits sehr gut angenommen wird. Mit einem Chip in der eigenen Büchereikarte sollen Nutzer auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten die Bibliothek nutzen können. Einige Formalitäten wie der Datenschutz müssten dafür zwar noch geklärt werden, trotzdem will Patricia Fasheh sich für die Umsetzung im HC stark machen: „Wenn man sich schon auf den Weg macht, dann gleich richtig. Es später nachzurüsten wird deutlich teurer.“

Derzeit ist Patricia Fasheh im Gespräch mit alten und möglichen neuen Kooperationspartnern. Unter anderem mit dem Stadtarchiv und der VHS will sie Synergien nutzen und Vereinen einen Treffpunkt bieten. Wichtig sind ihr besonders lebenslanges Lernen zu ermöglichen sowie Kinder und Jugendliche. „So ab 12 Jahren sind sie irgendwann weg“, stellt die Bibliothekarin fest. Gerade für sie soll ein attraktives Angebot geschaffen werden, damit sie einen Ort in der Innenstadt haben, wo sie sich – ganz ohne Kommerz – treffen können.

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