Itzehoe (anz) – Seniorenrat und Jugendparlament diskutierten mit Bürgern, Fachleuten und politischen Entscheidungsträgern Lösungsansätze für bezahlbaren Wohnraum in Itzehoe.
Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum hat sich zu einer zentralen sozialen Frage entwickelt, die alle Generationen gleichermaßen trifft. Ob Rentner mit begrenzten Mitteln oder Auszubildende und Studenten am Beginn ihres eigenständigen Lebens – der Bedarf an bedarfsgerechtem Wohnraum in Itzehoe ist groß. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, luden der Seniorenrat Itzehoe und das Jugendparlament zu einer Informationsveranstaltung in das Café Schwarz ein. Unter der Moderation von Walter Günther, dem ersten Vorsitzenden des Seniorenrates, kamen Bürger, Fachleute und politische Entscheidungsträger zusammen. Im Fokus stand die Frage, wie neue Wohnkonzepte die Lücke zwischen dem Wunsch nach Selbstständigkeit und der Notwendigkeit von Unterstützung schließen können.
Dieter Krämer eröffnete die Debatte mit einer Analyse der perspektivischen Bevölkerungsentwicklung in Itzehoe. Er verdeutlichte, wie sich daraus ein konkreter Wohnungsbedarf ableitet, den die Stadt decken muss. Bürgermeister Ralf Hoppe ergänzte diese Ausführungen durch Details zur Finanzierung der geplanten städtischen Projekte. Ein besonderen Blick gab es durch den Beitrag von Kosbabe (Seniorenrat), der die Baupolitik in Wien als Vorbild für eine durchdachte Stadtentwicklung präsentierte.
Besonders eindringlich schilderte Milena Kruse, Vorsitzende des Jugendparlamentes, die Situation junger Menschen: Für Auszubildende und Studierende sei es in Itzehoe derzeit fast unmöglich, geeignete 1-Zimmer-Wohnungen zu finden. Diese Notwendigkeit, das Elternhaus aus persönlichen oder beruflichen Gründen verlassen zu können, müsse stärker in den Fokus rücken.
„Gemeinsinn geht vor Eigensinn – Wohnen für Jung und Alt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, nicht nur eine politische“, so Walter Günther. Er stellte erfolgreiche Praxisbeispiele für Senioreneinrichtungen aus Kremperheide, Wacken und Hamburg vor, während Melanie Schmidt über das betreute Wohnen der Ashbahs-Stiftung berichtete. Einigkeit herrschte darüber, dass die „Lücke zwischen eigenem Wohnen und dem Pflegeheim“ dringend durch innovative Konzepte geschlossen werden müsse. Abschließend betonte Rainer Lutz, dass Itzehoe massiv in den Wohnungsbau investieren müsse – für alle Altersklassen. Nur so könne auch Wohnraum ersetzt werden, der heute nicht mehr als wohnwürdig gilt.
Das Fazit der Veranstaltung war klar: Einsamkeit ist ein gesellschaftliches Problem, dem man nur durch Solidarität und gemeinsame Wohnformen begegnen kann.