Bad Bramstedt (usp) – Ganz offensichtlich ist es soweit: Der Abriss von Altbestand links neben dem Eingang der Jürgen-Fuhlendorf-Schule (JFS) hat begonnen, um Platz für einen Erweiterungsbau zu schaffen. Und auf dem Rasenfeld neben der kleinen Sporthalle wurde in Modulbauweise ein Gebäudekomplex errichtet. Er soll, bis der eigentliche Erweiterungsbau abgeschlossen ist, übergangsweise die Raumnot beheben.
„Ich habe schon 2019 darauf hingewiesen, dass wir zusätzliche Klassenräume benötigen und war davon ausgegangen, dass wir sie bis 2026 haben werden“, erinnerte der Direktor der JFS, Dr. Holger Oertel, in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses. „Wir werden zu Beginn des neuen Schuljahres auf 1.180 Schüler angewachsen sein, der bisherige Rekord“, unterstrich er die Dringlichkeit des Problems. Grund dafür ist unter anderem der weitere Anstieg der Bad Bramstedter Einwohnerzahl auf rund 15.400 Einwohner. Hinzu kommt, dass das Gymnasium das Abitur nach neun Jahren (G9) wieder eingeführt hat. Dadurch hat die Schule einen zusätzlichen Jahrgang. Die ersten Schüler, die wieder nach G9 eingeschult wurden, sind jetzt in der zwölften Klasse. Ursprünglich war geplant, die Schule durch einen neuen Anbau um zehn Klassen zu erweitern, den Altbau energetisch auf den neuesten Stand zu bringen sowie eine neue Heizungszentrale mit Wärmepumpe und Blockheizkraftwerk zu installieren. Geschätzte Kosten: 22 Millionen Euro. Doch so, wie es vor Übernahme des Bauamtes durch Mario Kröska vorgesehen war, den Erweiterungsbau während des laufenden Schulbetriebes vorzunehmen, ist wegen des Baulärms nicht möglich. Deswegen wurde nach einer schnellen Lösung gesucht in Form der gerade aufgestellten Module auf zwei Geschossen mit Treppe, Nebenräumen und Sanitäreinrichtungen. „Das sind keine Container, sondern vollwertige Klassenräume“, betont Kröska im Gespräch mit dem Anzeiger.
Den Argumenten konnten sich die Kommunalpolitiker nicht verschließen, obwohl sie eine weitere Kröte im Zusammenhang mit dem in städtischer Trägerschaft befindlichen Gymnasium schlucken müssen. Denn zu den geplanten 22 Millionen Euro kommen noch einmal eine Million Euro, verteilt auf zwei Jahre, auf die Stadt zu, inklusive des Fundamentes sowie die Verlegung der Versorgungsleitungen. Das Gebäude selbst will die Stadt für zwei Jahre mieten, mit der Option auf Verlängerung. Rund 250.000 Euro fallen pro Jahr an Mietkosten an.
Außerdem wird sich die eigentliche Erweiterung des Schulbaus weiter verzögern, da erst damit begonnen werden kann, wenn alle Arbeiten an den neuen Modulen, die acht Unterrichtsräume bieten werden, abgeschlossen sind. Das ist vorgesehen für Anfang September. Danach rechnet der Bauamtsleiter mit einer Fertigstellung des neuen Anbaus im Herbst 2028.
Die Sanierung der Heizungsanlage läuft nach Angabe von Mario Kröska bereits seit einem Jahr.
"Schularbeiten" in der Ferienzeit
Links neben dem Eingang der JFS laufen die Abrissarbeiten, um Platz für den Erweiterungsbau zu schaffen. Fotos: Straehler-Pohl
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