Itzehoe (anz) – Derzeit plant die Stadt Itzehoe die Sanierung des Sportzentrums am Lehmwohld. Diese soll nach letztem Kenntnisstand im Sommer 2028 beginnen, voraussichtlich werden die Hallen dann rund zwei Jahre nicht genutzt werden können. Die beiden Schulen des Schulzentrums am Lehmwohld haben in der Presse bereits den dringenden Bedarf für eine Sporthalle angemeldet, solange das Sportzentrum wegen der Sanierung nicht zur Verfügung steht. Diesem Wunsch schließen sich der Sport-Club Itzehoe, die Itzehoe Eagles und der Itzehoer Hockey-Club an. Diese drei Vereine sind außerhalb der Schulzeit die wesentlichen Nutzer des Sportzentrums, die Vorsitzenden befürchten große Einschränkungen für den Trainings- und Spielbetrieb.
Situation des SCI
Der Sport-Club Itzehoe nutzt das Sportzentrum derzeit mit acht Abteilungen, von Volleyball über Tischtennis bis zum Kinder-und Reha-Sport. Insgesamt handelt es sich um 55 Übungs- und Trainingsstunden in der Woche mit hunderten Sportlern. Die SCI-Vorsitzende Ulrike Voß stellt fest: „Wir kriegen unsere Sportler gar nicht anderswo in Itzehoe untergebracht.“ Für die Volleyballer fehle schon eine geeignete Halle, zusätzlich wird Platz benötigt für das von den Sparten benötigte Material wie Tischtennisplatten. Im Winter werden darüber hinaus Hallenzeiten für die Fußballer benötigt. Für den Inklusionssport kommt hinzu, dass es für die Teilnehmer wichtig sei, am gewohnten Ort das Sportangebot wahrzunehmen.
Situation der Itzehoe Eagles
Die Itzehoe Eagles bieten täglich zwei bis fünf Trainingseinheiten im Sportzentrum an. Zudem ist es während der Basketballsaison die zentrale Halle für den Spielbetrieb. Umfangreiches Material ist in der Halle gelagert.
Zusätzlich ist das Sportzentrum der Spielort für die Zweitliga-Mannschaft der Itzehoe Eagles. Dass die Kapazität der Halle im Zuge der Sanierung auf 750 Zuschauer erweitert werden soll, sei ein wichtiger Schritt, sagt Eagles-Vorsitzender Volker Hambrock. Allerdings könne eine Sanierung ohne adäquate Übergangslösung den Fortbestand der Itzehoe Eagles in der 2. Basketball-Bundesliga stark in Gefahr bringen: Dann fehlt eine Halle mit der aktuell erforderlichen Kapazität von mindestens 500 Zuschauern. Ein erneutes Ausweichen in die Brokdorfer Halle, wie in der ProA-Saison 2021/22 praktiziert, werde eine große Herausforderung: Auch bei einer Brokdorfer Zustimmung bleiben hohe finanzielle und personelle Hürden. Denn: „Ein Heimspieltag in der 2. Basketball-Bundesliga beschäftigt mehrere Dutzend ehrenamtliche Helfer“, so Volker Hambrock. Es drohe das zumindest temporäre Aus für Bundesliga-Basketball in Itzehoe. Und: „Wenn die Strukturen erst einmal weggebrochen sind, wird es sehr schwierig, diese wieder aufzubauen.“
Situation des Itzehoer Hockey-Clubs
Der Itzehoer Hockey-Club hält wöchentlich mehrere Trainingseinheiten in der Halle ab. Zudem braucht die Ausrüstung (Banden) Lagerplatz. Ein entscheidender Punkt ist: Im Winter wird eine eigene Saison in der Halle gespielt. Sollte der IHC daran mangels verfügbarer Halle nicht teilnehmen können, steht sehr zu befürchten, dass die Mitglieder abwandern. „Wenn wir hier keine Hallenzeit kriegen, ist Hockey in Itzehoe gestorben“, sagt IHC-Vorsitzender Stefan Pickert. Zum Verein gehören zudem die erfolgreichen Bogensportler, die inzwischen in der 1. Bundesliga antreten. Auch diese Sparte will für Veranstaltungen und Wettkämpfe der Bundesliga-Mannschaft das Sportzentrum am Lehmwohld nutzen, das wegen seiner Dimensionen dafür gut geeignet ist.
Die Notwendigkeit der Hallensanierung werde von allen gesehen, betont Volker Hambrock. Das Sportzentrum sei aber für die drei Vereine elementar, deshalb stellt Ulrike Voß fest: „Wir brauchen eine Ausweichmöglichkeit.“ Das soll aber nicht auf Kosten anderer gehen: „Wir können nicht von anderen Vereinen erwarten, dass sie immer weiter zusammenrücken.“ Auch Stefan Pickert ist klar: „Bei den Hallenzeiten ist alles ausgereizt.“
Für die drei Vereine bedeute die Sanierung des Sportzentrums eine empfindliche Einschränkung, die sich auf die Mitgliederzahlen auswirken könne, unterstreichen die Vorsitzenden. Ihr Wunsch: Im Gespräch mit der Stadt gelte es, möglichst gute Lösungen für die Übergangszeit zu finden. Deshalb begrüßen die Vorsitzenden das Vorhaben der Stadt, die Vereine wie auch die Schulen zu einer Arbeitsgruppe einzuladen, in der solche Lösungen gesucht werden sollen.