Itzehoe (anz) – 33 Minuten stand er durchschnittlich für die Itzehoe Eagles in der vergangenen Saison der BARMER 2. Basketball Bundesliga auf dem Feld und erzielte dabei knapp 16 Punkte im Schnitt. Im vergangenen Sommer hatte Lucien Schmikale bei den Eagles einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben, auch in der kommenden Saison wird er das Team als Kapitän anführen. Damit bleibe der 29-Jährige ein wichtiger Teil der Eagles, sagt Max Rockmann, der das Amt des Headcoaches von Timo Völkerink übernommen hat. „Als Kapitän übernimmt Lucien Verantwortung, geht täglich voran und gibt unserem Team auf und neben dem Feld Stabilität“, so Rockmann. „Seine Erfahrung und Präsenz sind für unsere Entwicklung enorm wertvoll.“ Auf diese Weise soll es auch weitergehen: Im Interview blickt Lucien Schmikale zurück und voraus.
Die vergangene Saison war mit dem vierten Platz eigentlich sehr erfolgreich, die Niederlagen zum Schluss trübten aber den Eindruck. Wie siehst du es mit einigen Wochen Abstand?
Auch wenn wir uns erhofft hatten, ein wenig weiter in den Playoffs zu kommen, bin ich der Meinung, dass wir stolz auf die Saison sein können. Nach zwei sportlich schwierigen Jahren in Itzehoe waren wir in der Lage, den Fans wieder erfolgreichen Basketball zu bieten. Wir sind als Team zusammengewachsen und haben uns auch sowohl auf dem Feld als auch menschlich weiterentwickelt. Es wurden wichtige Schlüsse aus der Saison gezogen, und mit einem Kern an Spielern, die sich nun gut kennen, bin ich optimistisch für die neue Saison.
Wie hast du insgesamt – in der Halle und auch privat – dein zweites Jahr in Itzehoe nach dem ProA-Jahr erlebt?
In meinem zweiten Jahr durfte ich die Itzehoe Eagles als noch familiäreren Verein kennenlernen als ohnehin schon in der ersten Saison. Dadurch, dass die Spiele am Lehmwohld und nicht mehr wie in der ProA in Brokdorf stattfanden, war die Nähe zu Fans, Helferinnen und Helfern besonders bei den Spielen für mich als Spieler noch greifbarer. Über die Jahre merke ich, wie wichtig dieser Zusammenhalt für eine solche Organisation und auch Stadt ist. Grenzen zwischen „Arbeit“ und Privatem verschwimmen hier in Itzehoe – und das ist natürlich positiv gemeint.
Wie nutzt du die Off-Season?
Ich nutze die Off-Season einerseits, um mit meiner Frau zu reisen und an meiner Masterarbeit zu schreiben, andererseits versuche ich auch eine gewisse Fitness – insbesondere durch Krafttraining – für die neue Saison aufrechtzuerhalten.
Wie sind deine Vorstellungen für den neuen Kader, bist du bei der Planung einbezogen?
Bei der Kaderplanung vertraue ich auf die Expertise von Max, Timo und den anderen Beteiligten. Zwar werde ich öfter nach meiner Meinung zu bestimmten Themen gefragt und bringe gerne meinen Input ein, dennoch sollten die Entscheidungen bei Trainer und Verantwortlichen bleiben. Ich bin mir sicher, dass Max eine Idee verfolgt und diese mit passenden Spielern füllen wird. Für mich persönlich ist es vor allem wichtig, Mitspieler zu haben, die ihrem Job gewissenhaft nachgehen und so viel wie möglich investieren.
Was ändert sich durch den Wechsel von Timo Völkerink zu Max Rockmann?
Nach außen mögen sich Max und Timo vielleicht etwas unterscheiden. Der eine ruhiger, der andere emotionaler. Jedoch kommen sie hinsichtlich des Basketballs oft auf einen Nenner. Ich schätze Max als eine sehr reflektierte Person ein und freue mich auf seine neuen Spielgedanken.
Was nimmst du dir persönlich und mit dem Team vor?
Für die neue Saison nehme ich mir persönlich vor, eine Balance zwischen Positivität und Fordern zu entwickeln. Damit meine ich, Mitspielern im Training und bei Spielen ihre Verantwortlichkeit vor Augen zu führen und dabei gleichzeitig eine angenehme Atmosphäre beizubehalten. Uns als Team ist bewusst, dass wir von uns gegenseitig noch mehr fordern dürfen und es mehr Konsequenzen bei Abweichungen bezogen auf unsere Standards geben muss. Wir als Spieler haben uns mitunter bei Spielen von negativen Emotionen leiten lassen – dies werden wir versuchen zu verhindern.
Wie nutzt du die Zeit neben Basketball?
Die Zeit neben dem Basketball nutze ich hauptsächlich für die Uni oder um Zeit mit meiner Frau zu verbringen. An freien Wochenenden fahren wir gerne in die Heimat, wo ich am liebsten Zeit bei meiner Familie auf unserem Hof verbringe. Ich gehe mit dem Hund raus oder mache den Haushalt. In der Zeit, die dann noch bleibt, spiele ich gerne Videospiele.