Itzehoe (anz) – Zum 110-jährigen Bestehen der Fehrs-Gilde hat der Minderheitenbeauftragte Johannes Callsen das Engagement des Vereins gewürdigt. „Eine Sprache lebt nicht allein davon, dass sie gesprochen wird. Sie lebt davon, dass Menschen in ihr erzählen, schreiben, lachen, streiten, singen und dichten. Sie lebt davon, dass sie weitergegeben wird – von einer Generation an die nächste. Dafür steht die Fehrs-Gilde seit 110 Jahren“, sagte Callsen zum Jubiläums-Festakt im Prinzeßhof in Itzehoe.
Die Gilde habe über viele Jahrzehnte hinweg einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, Niederdeutsch sichtbar zu halten und seine kulturelle Bedeutung zu vermitteln, so Callsen weiter: „Sie hat Literatur gefördert, Menschen zusammengebracht und immer wieder deutlich gemacht: Niederdeutsch gehört zu Schleswig-Holstein.“ Heute wachse das Interesse an Niederdeutsch unter anderem in Schulen und Kitas, im Theater, in der Literatur, Musik und den Medien.
Schleswig-Holstein unterstütze die Pflege und Förderung der plattdeutschen Sprache mit Niederdeutsch-Unterricht an Schulen, der Förderung niederdeutscher Bühnen und Zentren sowie zahlreichen weiteren Projekten, so der Minderheitenbeauftragte: „Niederdeutsch ist kein Relikt einer vergangenen Zeit. Es ist eine lebendige Regionalsprache, die ihren Platz in unserer Gegenwart und in unserer Zukunft hat“, sagte er. Daher sei die Arbeit der Fehrs-Gilde unverzichtbar: „Hartlich Glückwunsch un allens Gode för de tokamen Johren.“