Itzehoe/Wilster/Kremperheide/Krempermoor/Oldendorf (anz) – Für die Bürger nahezu unbemerkt hat sich in den vergangenen Jahren die Zuständigkeit für die Abwasserbeseitigung in Kremperheide und Krempermoor sowie in Wilster und Oldendorf geändert. Seit dem 1. Januar 2023 ist die Stadt Itzehoe zuständig für die Abwasserbeseitigung in Kremperheide und wegen vertraglicher Beziehung zwischen beiden Gemeinden auch für Krempermoor. Für Wilster und Oldendorf wurde die Aufgabe der Abwasserbeseitigung zum 1. Januar 2024 übertragen.
Verantwortlich für die Abwasserbeseitigung und für alles, was damit zusammenhängt, ist seither der Kommunalservice Itzehoe – der auf diese Aufgabe spezialisierte Eigenbetrieb der Stadt Itzehoe. Hier werden alle Fragen rund um die Abwasserbeseitigung beantwortet, die Abwassergebühren kalkuliert und die Entwässerungsanträge für die Grundstücksentwässerung bearbeitet. Weitere Informationen hat der Kommunalservice auf seiner Homepage zusammengestellt (www.kommunalservice-itzehoe.de).
Zwischenzeitlich konnten die Mitarbeiter des Kommunalservice Erfahrungen im Hinblick auf die spezifischen Eigenheiten der Abwasserbeseitigung in den übernommenen Gebieten machen. Im Ergebnis sind die Kosten und Faktoren, die für die Gebührenkalkulationen von Bedeutung sind, bekannt. Das spiegelt sich nun auch in der Gebührenkalkulation wider: eine Gebührenerhöhung zum 1. Januar war unvermeidbar. Die Ratsversammlung der Stadt Itzehoe hat in ihrer Sitzung am 10. Dezember die entsprechenden Beschlüsse gefasst – durch die Aufgabenübertragung auch für Wilster, Oldendorf und Kremperheide.
Für die Schmutzwasserbeseitigung in Itzehoe steigt die Gebühr von 2,50 Euro auf 2,73 Euro pro Kubikmeter verbrauchtem Frischwasser. Für die Niederschlagswasserbeseitigung auf bebauten und befestigten Flächen sind in Zukunft 18,15 Euro statt 16 Euro pro Berechnungseinheit fällig.
Aber auch in Wilster, Oldendorf, Kremperheide (und damit auch in Krempermoor) erhöhen sich die Gebühren für die Abwasserbeseitigung. In Wilster steigen die Gebühren für die Schmutzwasserbeseitigung von 4,72 Euro auf 5,75 Euro pro Kubikmeter. Der Gebührensatz Niederschlagswasser steigt von 1,09 Euro auf 1,32 Euro pro Quadratmeter bebaute und befestigte Fläche.
In Oldendorf ändert sich die Schmutzwassergebühr von 4,77 Euro auf 7,34 Euro pro Kubikmeter. Die Grundgebühr bleibt unverändert. Die Niederschlagswassergebühr erhöht sich von 28,29 auf 34,07 Euro pro Berechnungseinheit.
Die Schmutzwassergebühr für die Gemeinde Kremperheide erhöht sich von 4,27 Euro auf 4,73 Euro pro Kubikmeter und die Niederschlagswassergebühr von 10,65 auf 16,66 Euro pro Berechnungseinheit. Die Gebühren für Kremperheide gelten auch für Krempermoor.
Die Berechnungseinheiten für die Bemessung der bebauten und befestigten Flächen bei der Beseitigung von Niederschlagswasser unterscheiden sich in Itzehoe von denen in Oldendorf und Kremperheide. In Itzehoe sind es volle 30 Quadratmeter und in Oldendorf und Kremperheide angefangene 30 Quadratmeter bebaute und/oder befestigte Fläche.
Die Gründe für die Gebührenerhöhungen sind vielfältig. Höhere Kosten bei den allgemeinen Kosten, in denen auch die Kosten für das neue Betriebs- und Verwaltungsgebäude enthalten sind, spielen hierbei beispielsweise eine Rolle. Aber auch der Tarifabschluss im letzten Jahr sowie Kapitaldienste für diverse große Baumaßnahmen (Bau der Druckrohrleitungen für die Anbindung der Gemeinden Oldendorf und Kremperheide an die Itzehoer Kläranlage, Modernisierung der Itzehoer Kläranlage, Kanalbaumaßnahmen in der Neue Burger Straße und der Bahnhofstraße in Wilster) führen zu höheren Kosten. Im Bereich der Niederschlagswassergebühren stellt die Entschlammung der Regenrückhaltebecken einen wesentlichen Kostentreiber dar.
Da die Abwasserbeseitigung eine sog. kostenrechnende Einrichtung ist, die nach dem Kostendeckungsprinzip arbeitet (d.h. die entstehenden Kosten müssen durch die Gebühreneinnahmen gedeckt werden), war eine Gebührenerhöhung unumgänglich. Ein weiteres Hinauszögern hätte nur den Effekt gehabt, dass die Gebührensprünge in der Zukunft noch deutlicher ausgefallen wären.
Insbesondere in der Stadt Wilster werden auch in den nächsten Jahre umfangreiche Baumaßnahmen notwendig, da ein großer Teil des Leitungsnetzes das Ende seiner technischen Lebensdauer erreicht hat und vielfach irreparabel geschädigt ist. Für eine gesicherte und ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung ist eine Erneuerung dringend geboten. Für die Bürger in der Stadt Wilster werden sich daher auch zukünftig Gebührenerhöhungen nicht vermeiden lassen. Hierbei ist es das erklärte Ziel des Kommunalservice diese Maßnahmen so zu steuern, dass die Erhöhungen so moderat wie möglich ausfallen.