Moin Jobfinder

Einst auf Äckern verbreitet – heute eine Rarität

Samen der Saat-Wucherblume zu verschenken

© H. Neumann

Schleswig-Holstein (anz) – Leuchtend gelb, pflegeleicht und ein Paradies für Wildbienen und andere Insekten – die Saat-Wucherblume (Glebionis segetum) ist ein Hingucker und eine wertvolle Nahrungspflanze. Das Landesamt für Umwelt (LfU) und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein setzen sich mit ihrer beliebten Mitmachaktion, die nun zum 20. Mal stattfindet, für den Erhalt dieser bedrohten Wildblumenart ein. Sie spendieren kostenlose „Saatgrußkarten“ mit Samentütchen im Rahmen ihres diesjährigen Artenschutzprojektes. 

Die im Mittelmeerraum beheimate Saat-Wucherblume gelangte mit dem Getreideanbau in den Norden. Einst war die Pflanze gefürchtet als wuchernde “Böse Blom” und gehörte zu den ärgsten Feinden der Bauern. Durch neue Methoden der Saatgut-Reinigung, Intensivierung der Anbaumethoden und den Einsatz von Herbiziden wurde die Saat-Wucherblume dann fast vollständig von den Äckern verdrängt. In Schleswig-Holstein gilt sie als stark gefährdet. 

Die großblütige Wildpflanze ist wertvoll für Insekten und Vögel. Wildbienen und Schwebfliegen finden in der spät blühenden Wucherblume reichlich Pollen und Nektar, wenn andere Pflanzen längst verblüht sind. Auch Vogelarten profitieren von den bis zu 12.000 Samen pro Pflanze. 

Eine gute Nachricht für Hobby-Gärtner: Die Saat-Wucherblume ist anspruchslos und unkompliziert. Ein sonniger Platz mit durchlässigem Boden genügt. Das Saatgut wird im Frühjahr einfach auf die Erde gestreut und angedrückt – fertig. Die nur 40 bis 60 Zentimeter hohe Pflanze friert im Winter ab und sät sich selbst wieder aus. Besonders reizvoll wirken Mischungen mit Kornblumen und Mohn. 

Über die Mitmachaktion von LfU und Stiftung Naturschutz kann man die Saat-Wucherblume ganz einfach zu sich nach Hause holen oder als originelles Geschenk weitergeben: Die „Saatgrußkarte“ enthält ein Tütchen mit Samen und einen Flyer mit Informationen über die Pflanze und eine Saat-Anleitung. Die Aktion ist auf Schleswig-Holstein begrenzt. 

Die Bestellung ist online möglich (www.schleswig-holstein.de/saatgrusskarten). Sofern eine Online-Bestellung nicht möglich ist, kann auch telefonisch bestellt werden (Tel: 04347 704-888).

20 Jahre Pflanzenartenschutz mit der Saatgrußkarte
Nahezu jede zweite Blütenpflanze in Schleswig-Holstein steht auf der Roten Liste und von jeder vierten Pflanzenart sind weniger als 30 Fundorte bekannt. Steigender Nutzungsdruck und fortschreitende Zerschneidung der Lebensräume führen zu einem Schwund der Pflanzenbestände.

Im Rahmen des Artenschutzes ist es entscheidend, auf die bedrohliche Lage vieler Pflanzenarten aufmerksam zu machen und gegenzusteuern. Die Ansiedlung von Wildpflanzenarten in heimischen Gärten kann ein Beitrag sein. Aus diesem Grund sind 2005 bei der Landesnaturschutzbehörde die ersten „Saatgrußkarten“ erstellt worden – damals noch etwa 10 handgefertigte Karten des Großen Klappertopfs zur Weihnachtszeit.

Seitdem hat sich die Idee zu einer Erfolgsgeschichte für den Erhalt der einheimischen Pflanzenvielfalt entwickelt. 7.000 Saat-Karten werden inzwischen vom Landesamt für Umwelt und der beteiligten Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein verteilt – 2024 waren es sogar 12.000! 

Nickende Distel, Echte Schlüsselblume, Arzneithymian … LfU und Stiftung rücken mit der Saatgrußkarte pro Jahr eine gefährdete Wildpflanzenart ins öffentliche Bewusstsein – nun bereits zum 20. Mal. Die Aktion besticht durch ihre breite Öffentlichkeitsbeteiligung: Bürger des Landes können selbst aktiv zum Erhalt der Biodiversität beitragen und machen das gern. Die Karten sind oft innerhalb weniger Tage vergriffen. 

Die Saatgrußkarten standen Pate für viele vergleichbare Projekte im ganzen Bundesgebiet, bei denen gebietsheimisches Saatgut für Gärten verteilt wird. Unter anderem die Loki Schmidt Stiftung hat die Idee aufgegriffen und reichert die Kür zur Blume des Jahres inzwischen mit der Weitergabe von gebietsheimischem Saatgut an. 

Die Ursachen der Bestandsrückgänge in der Landschaft können mit der Aktion zwar nicht konsequent behoben werden. Nährstoffüberschuss ist immer noch der Haupttreiber für Artenrückgang. Die Aktion motiviert die Bürger aber erfolgreich, sich einzubringen und mit der Ansiedlung bedrohter Pflanzenarten in ihren heimischen Gärten wichtige Nahrungs- und Lebensräume zu schaffen.

Mehr zum Pflanzenartenschutz und den Saatgrußenkarten-Aktionen findet man online (www.schleswig-holstein.de/DE/fachinhalte/A/artenschutz/pflanzenartenschutz). 

zu den aktuellen Ausgaben

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass bei der Aktivierung des Magazins eine Verbindung zum Anbieter Yumpu aufgebaut wird und Daten übermittelt werden.

aktuelle Beilagen

Veranstaltungen