Itzehoe (bg) – 1973 wurde der Grundstein des Klinikums Itzehoe gelegt, 1976 wurde es offiziell eingeweiht. Um das 50-jährige Bestehen zu feiern, fand nun ein Festempfang mit rund 100 Gästen aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und dem Gesundheitswesen statt.
Nach der Begrüßung durch Verbandsvorsteher Marcel Ulrich folgte ein gemeinsamer Vortrag zum Thema „Rückblick, Standpunkt und Ausblick“ von Krankenhausdirektorin Hannah Maria Weber, Pflegedirektor Niklas Jeurissen und dem ärztlichen Direktor Georg Hillebrand.
In seinem Rückblick erinnerte Georg Hillebrand an die Situation der Krankenversorgung in Deutschland in den Jahrzehnten nach dem Krieg. Damals gab es in Deutschland rund 3 600 Krankenhäuser, von denen 70 Prozent kleiner waren als 200 Betten. Im Kreis Steinburg hatten auch Wilster und Kellinghusen ihre eigenen Krankenhäuser. Ziel sei es damals gewesen, die Patienten zu betreuen und sie durch die Krankheit zu begleiten. Dann wuchsen jedoch die medizinischen Erkenntnisse rapide, die Großgerätemedizin begann sich zu entwickeln und die Anforderungen an die Krankenhäuser wandelten sich. Statt der Grundpflege ging es nun um das Ziel des Heilens. „Vor diesem Hintergrund wurde das Klinikum Itzehoe gegründet“, so Georg Hillebrand. „Geplant wurde ein großes Haus, das zentralisiert den ganzen Kreis Steinburg versorgen sollte. Im Gegenzug wurden kleinste Einheiten geschlossen.“ Seitdem haben sich die Krankenversorgung und die Technik deutlich weiterentwickelt und differenziert. „Wir blicken heute auf ein Schwerpunktkrankenhaus, das seinen Namen verdient hat. Die damaligen Planungsgrundsätze haben sich bewährt.“
Niklas Jeurissen richtete seinen Blick auf die gegenwärtige Situation, die enge Zusammenarbeit der Mitarbeiter im Haus aber auch der Gesundheitseinrichtung im Land und im Kreis. Ein besonderes Augenmerk müsse auf die Prävention gelegt werden. „Gesundheit beginnt nicht erst Krankenhaus“, betonte Niklas Jeurissen. „Sie beginnt im Alltag, in Bildung und Aufklärung.“
„Als großes Schwepunktkrankenhaus versorgen wir heute deutlich über 30 000 stationäre Fälle, führen über 10 000 Operationen durch, beschäftigen rund 3 000 Mitarbeiter“, sagte Hannah Maria Weber mit Blick auf die wirtschaftliche Bedeutung der Klinik. Seit zwei Jahren arbeite das Klinikum mit hohem Einsatz aber auch erfolgreich daran, die wirtschaftlich stabile Grundlage zurückzuerlangen. „Medizinische Exzellenz und wirtschaftliche Stabilität bedingen einander. Bei allen Veränderungen sind wir durchgehend ein sicherer und attraktiver Arbeitgeber geblieben.“ Mit dem Blick auf die Zukunft sprach Hannah Maria Werner von dem Mut, Herausforderungen anzugehen mit der Hoffnung, dass es besser wird, vielleicht nicht sofort für den Einzelnen, sondern für alle.
Auch Kerstin von der Decken, Ministerin für Justiz und Gesundheit Schleswig-Holstein, gratulierte dem Klinikum zum Jubiläum. Die Menschen könnten sich auf das Klinikum verlassen, lobte sie. „Es ist ein Haus, das stetige Weiterentwicklung zu seinem Standard gemacht hat und ein Haus, das aus der Versorgungslandschaft Schleswig-Holsteins nicht mehr wegzudenken ist.“ Sie hob unter anderem die Versorgung Schwerverletzter sowie Schlaganfall- und Krebspatienten hervor. Außerdem verwies sie auf das Modellprojekt „Regionalbudget“ für die Psychiatrie hin, an dem das Klinikum seit 2003 teilnimmt. Immer wieder unterstütze das Land den Ausbau und die Erweiterungen der Klinik in Millionehöhe. „Auch in Zukunft wird das Land weiter in dieses Haus investieren. Die exzellente Arbeit profitziert von einem modernen Umfeld.“
Schließlich wagte der Wirtschaftswissenschaftler und Gesundheitsökonom Boris Augurzky einen Blick in die Zukunft. Aufgrund des demografischen Wandels sah er zwar ein Tal der Tränen voraus, hob aber auch das Potential und die Möglichkeiten der technischen Entwicklung wie Robotertechnik und künstliche Intelligenz hervor, die Ärzte und Pfleger nicht ersetzen, sondern entlasten würde.