Kreis Steinburg/Kreis Segeberg (anz) – Das Jahr 2026 hält zahlreiche astronomische Highlights für Nachtschwärmer und Sternenfreunde bereit. So beginnt das Jahr mit zahlreichen Sternschnuppen des Meteorstroms der Quadrantiden. Ab März taucht die helle Venus am Abendhimmel auf. Im Sommer erwartet uns neben dem Perseidenmeteorstrom das astronomische Highlight des Jahres: Die partielle Sonnenfinsternis am 12. August, welche in Nordspanien sogar als totale Sonnenfinsternis zu sehen ist. Nur zwei Wochen später folgt eine beeindruckende partielle Mondfinsternis. Der Supervollmond begleitet uns 2026 an Heilig Abend. Das ganze Jahr hindurch könnte immer wieder Polarlicht aufleuchten. Hier ein kleiner Überblick:
Sternschnuppen zu Beginn des Jahres
Die intensivsten und damit interessantesten Meteorströme des Jahres sind die Quadrantiden (Maximum am 3. und 4. Januar), die Perseiden (Maximum am 13. August) und die Geminiden (Maximum am 14. Dezember).
Sternschnuppen entstehen, wenn kleine Staubpartikel, die meist von Kometen abgesondert werden, mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre prallen und darin verglühen. Bei diesem Vorgang regen sie die Atmosphäre für einen Sekundenbruchteil zum Leuchten an. Die dann sichtbare helle Leuchtspur wird als Sternschnuppe oder Meteor bezeichnet. Die Quadrantiden, Perseiden und Geminiden sind die drei intensivsten Meteorströme des Jahres.
Planet Venus am Abendhimmel
Ab Ende Februar können aufmerksame Beobachter den hellen Planeten Venus am Abendhimmel beobachten.
Nach der Sonne und dem Mond ist die Venus das dritthellste natürliche Gestirn am Firmament. Im Frühjahr 2026 erstrahlt sie in westlicher Richtung am Abendhimmel. Ein besonderer Hingucker wird für den Abend des 20. März erwartet. In der Abenddämmerung gesellt sich dann die schmale Mondsichel zur Venus, was ein besonders schönes Fotomotiv ergibt.
Ein ähnliches Bild wird auch für die Abende des 19. April und des 18. Mai erwartet. Die Begegnung am 19. April birgt für Sternengucker einen besonderen Augenschmaus: Direkt unterhalb der Mondsichel befindet sich dann der bekannte offene Sternhaufen der Plejaden. Extrem nahe kommen sich Venus und Mond am 17. Juni. Danach endet die Abendsichtbarkeit unseres Nachbarplaneten.
Am Morgen des 7. November taucht die schmale Mondsichel wieder neben der Venus auf. Dazu gesellt sich auch der helle Stern „Spica“.
Sonnenfinsternis am 12. August
Am Mittwoch, den 12. August, schiebt sich der Neumond teilweise vor die Sonne. Diese partielle Sonnenfinsternis kann europaweit beobachtet werden und an diesem Tag haben alle norddeutschen Bundesländer noch Ferien. In Schleswig-Holstein wird eine Bedeckung von rund 85 Prozent erwartet.
In Teilen Spaniens sowie Island und Grönland kann diese „SoFi“ sogar als totale Sonnenfinsternis gesehen werden. In jenen Regionen verschwindet die Sonne für wenige Minuten komplett hinter dem Mond während kurzzeitig sogar Sterne am Himmel zu sehen sind. Im Schatten des Mondes zu stehen gilt als möglicherweise größtes Naturschauspiel. Daher planen viele „SoFi-Fans“ ihren Sommerurlaub in Spanien.
Obwohl diese Sonnenfinsternis bei uns nur partiell zu sehen sein wird, ist sie dennoch extrem sehenswert. Das Schauspiel beginnt in Schleswig-Holstein abends um 19.13 Uhr. Um 20.06 Uhr wird das Maximum der Finsternis erreicht und um 20.57 Uhr endet das Schauspiel schon wieder.
Da diese SoFi in den Abendstunden stattfindet, geht die Sonne in Teilen Norddeutschlands unter, bevor die Sonnenfinsternis komplett beendet ist. Somit besteht die Chance zum Ende der partiellen Phase eindrucksvolle Fotos der untergehenden Sonne mit ein wenig Mond davor zu machen.
Für eine professionelle Beobachtung zu empfehlen sind handelsübliche Sonnenfinsternisbrillen, die es im Fachhandel oder bei Sternwarten zu kaufen gibt.
Partielle Mondfinsternis am 28. August
Nur zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis erscheint am Himmel schon das nächste kosmische Schattenspiel: Am Morgen des 28. August schiebt sich der Vollmond durch den Schatten der Erde und wird dabei teilweise, also partiell, verfinstert. Bei einer partiellen Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond in einer Linie. Dabei wandert der Vollmond durch den Schatten der Erde und wird „verfinstert“.
Bei einer partiellen Mondfinsternis verschwindet der Mond nicht komplett im Erdschatten. Bei dieser Mondfinsternis verschwindet der Mond jedoch bis zu 93,5 Prozent. Somit handelt es sich beinahe um eine totale Mondfinsternis.
Da das Maximum in den Morgenstunden erwartet wird, können vor allem Frühaufsteher in den Genuss dieses Himmelschauspiels kommen. In Deutschland beginnt die partielle Phase um 4.34. Die maximale Verfinsterung wird um 6.13 Uhr erreicht. Zu der Zeit steht der verfinsterte Mond bereits nahe am Horizont und geht gegen 6.28 Uhr unter.
Der Mond bedeckt die Venus
In der Mittagszeit des 14. September verschwindet der Planet Venus hinter der Mondsichel. Um 11.37 Uhr schiebt sich der Mond zunächst mit seiner unbeleuchteten Seite vor die Venus, die innerhalb von einer Minute ganz verschwindet. Dieses Schauspiel ist besonders gut mit einem Fernglas oder Fernrohr zu beobachten. Rund eine Stunde später, gegen 12.40 Uhr taucht die Venus auf der anderen, beleuchteten Seite, wieder auf.
Polarlicht
Polarlicht kann das ganze Jahr hindurch auftauchen. Allerdings gab es im Jahr 2025 bereits deutlich weniger Polarlicht als 2024.
Die Sonne befindet sich aktuell immer noch in ihrem Aktivitätsmaximum, welches sich jedoch dem Ende neigt. Die Sonnenaktivität unterliegt einem 11-Jahres-Zyklus.
Nordlichter bzw. Polarlichter werden durch geladene Partikel verursacht, die durch Sonneneruptionen ausgelöst und durch das Weltall bis zur Erde gelangen. Dort werden sie durch das Erdmagnetfeld auf die magnetischen Pole abgelenkt und treffen auf die Erdatmosphäre, welche sie zum Leuchten anregen.
Besonders heftige Sonnenaktivität kann auch in unseren Breiten deutlich sichtbares Polarlicht auslösen. Bereits in den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Polarlichtsichtungen in Norddeutschland. Interessierte können sich mithilfe von Polarlichtapps über aktuelle Sichtbarkeiten informieren lassen. Inzwischen können Polarlichter auch von modernen Handykameras aufgenommen werden.
Da sich die Sonne bereits seit gut drei Jahren sehr aktiv zeigt, vermuten Forscher, dass der aktuelle Aktivitätszyklus 2026 abflauen könnte. Polarlichtjäger sollten daher ihre Erwartungen ein wenig herunterschrauben. Andererseits ist die Sonne auch immer wieder für Überraschungen gut.
Supermond zu Weihnachten
Da der Mond sich auf einer elliptischen Umlaufbahn befindet (die Bahn ist nicht kreisrund, sondern eher eiförmig) kommt er der Erde immer wieder näher und entfernt sich dann wieder. Wenn Erdnähe und Vollmond an einem Tag zusammentreffen, spricht der Volksmund vom Supervollmond.
Der Mond erscheint dann besonders groß. Dabei ergibt sich eine besonders gute Möglichkeit eindrucksvolle Bilder des Erdtrabanten zu machen. Gerade in Schleswig-Holstein, wo es an vielen Stellen eine gute Horizontsicht gibt, ist das besonders eindrucksvoll möglich.
Die nächste Gelegenheit für spannende Bilder des Supervollmondes ergibt sich an Heilig Abend, dem 24. Dezember.