Moin Jobfinder

Arbeitnehmer-Empfang der SPD

Thema waren unter anderem erneuerbare Energien

Begrüßung durch den Prokuristen der Prokon eG, Tjark Wilts. © Lothar Schramm

Die eine Besuchergruppe arbeitete die Stationen des „Energiepfades“ ab. © Lothar Schramm

Bauteile für Windkraftanlagen. © Lothar Schramm

Von links: Tjark Wilts, Lothar Schramm, Nina Scheer, Marc Timmer und Christoph Rosengarten. © Lothar Schramm

Itzehoe (anz) – In diesem Jahr fand der traditionelle Arbeitnehmer-Empfang auf dem Betriebsgelände der Energiegenossenschaft Prokon in Itzehoe statt.

Pünktlich um 11 Uhr konnten Tjark Wilts (Prokon) und Lothar Schramm (SPD) die mehr als 70 Teilnehmer begrüßen, darunter als fachpolitische Referenten Nina Scheer (energiepolitische Sprecherin der SPD Bundestagsfraktion) und Marc Timmer (energiepolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion) sowie Norbert Wagner vom DGB Steinburg.

Zwei Gruppen erkundeten im Anschluss den Energiepfad zur nachhaltigen Energiewirtschaft und die Werkhalle, in der Großkomponenten von Windkraftanlagen repariert werden. Die vielfachen Fragen der interessierten Gäste an die Prokon-Mitarbeiter Barbara Reich, Tobias Wolff und Philip Hogrebe brachten den Zeitplan ein wenig durcheinander. Auch Wiebke Tischler und Niels Jurgons nutzten die Gelegenheit, sich über die Energiegenossenschaft Prokon zu informieren.

Im Foyer ging es nach gut einer Stunde mit einem Grußwort von Norbert Wagner weiter. Er thematisierte besonders die Angriffe auf Arbeitnehmerrechte wie z. B. den „Acht-Stunden-Tag“, die aktuelle Entlassungswelle und die Diskussion um das Rentenniveau.

Mit einem Videogrußwort wandte sich darauf Henning von Stechow (Vorstand der Prokon eG) an die Gäste. Er war persönlich leider verhindert und wünschte auf diesem Wege allen einen interessanten und guten Austausch an diesem Tag.

Danach ging es mit fundierten Informationen zu Prokon und der aktuellen energiepolitischen Großwetterlage weiter. Tjark Wilts und Christoph Rosengarten informierten über Prokon als Energiegenossenschaft, über Projektentwicklung im Windparkbau und über Schwierigkeiten und Stolpersteine in der aktuellen politischen Lage.

Nina Scheer und Marc Timmer nahmen zu den politischen Rahmenbedingungen und zur aktuellen energiepolitischen Weichenstellung aus dem Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche Stellung. Die Sorgen und die Verunsicherung in der erneuerbaren Energiebranche konnten beide sehr gut nachvollziehen.

In folgenden Punkten waren sich die Prokon-Vertreter, die Referenten und die Gäste einig, was durch spontane Beifallsbekundungen deutlich wurde. Der Vorschlag der Ministerin Reiche eines kapazitätslimitierten Netzgebietes käme einem Stoppschild für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien gleich. Dies würde insbesondere Schleswig-Holstein betreffen. Vielmehr müsste man sich auf die Möglichkeiten konzentrieren, die – neben dem weiteren Ausbau – die Netze entlasten. Dazu zählten 

  • die Überbauung von bestehenden Netzanschlusspunkten (Photovoltaik und Wind ergänzen sich),
  • die einfache und flexible Bereitstellung von Strom für die Wärmeversorgung, Elektromobilität und andere Anwendungen vor dem Netzanschluss,
  • der schlaue, weil systemdienliche Einsatz von Speichertechnik und Batterien sowie
  • die weitere Digitalisierung der Netze und der Hausversorgung.

Das Netzpaket der Energieministerin verbunden mit dem geleakten Referentenentwurf zum neuen EEG vermittelten laut der Referenten den Eindruck, dass Ministerin Reiche die Energiewende ausbremsen will. Dabei seien die erneuerbaren Energien längst der entscheidende Faktor im Stromsystem.

Das neue EEG müsse in jedem Fall so ausgestaltet werden, dass erneuerbare Energieprojekte sicher und damit kostengünstig finanziert werden könnten. Unkalkulierbare Risiken auf der Einnahmenseite seien Gift und würden insbesondere Bürgerenergieprojekte und genossenschaftliche Ansätze benachteiligen.

Wer angesichts der dritten wirtschaftlichen Krise und der damit verbundenen extremen Preisanstiege der fossilen Energieträger (nach der Ölkrise 1973, der Invasion Russlands in der Ukraine und eben jetzt) so wenig tue, um die energetische Unabhängigkeit zu fördern, der habe die Zeichen der Zeit leider nicht erkannt, war man sich einig.

81 Milliarden Euro pro Jahr würden für den Import fossiler Energieträger überwiesen. Das sei Geld, dass man perspektivisch für die Energie-Unabhängigkeit und zum Schutze des Klimas einsetzen müsse.

Nach gut zwei Stunden endete der diesjährige Arbeitnehmer-Empfang der Steinburger SPD mit einem vom Ortsverein Itzehoe organisierten und vom „Café Königsberg“ zubereiteten Imbiss.

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