Bad Bramstedt (anz) – Der Hauptausschuss der Stadt Bad Bramstedt hat in seiner Sitzung am Dienstag, 24. März, beschlossen, den bestehenden Mietvertrag für das Kurhaustheater fristgerecht zu kündigen.
Der Entscheidung ist eine intensive und von vielen Seiten engagiert geführte Diskussion vorausgegangen. Dabei wurde deutlich, dass bei diesem Thema emotionale Erwartungen und rationale Abwägungen nicht deckungsgleich sind. Ein Theater ist für viele Menschen ein wichtiger kultureller Ort und identitätsstiftend für die Stadt. Gleichzeitig musste die Entscheidung unter den gegebenen Rahmenbedingungen verantwortungsvoll und sachlich getroffen werden.
„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Kultur ist ein wesentlicher Bestandteil unseres städtischen Lebens. Aber wir mussten anerkennen, dass emotionale Wünsche und wirtschaftliche Realität in diesem Fall auseinanderfallen“, so Bürgermeister Felix Carl.
Ausschlaggebend für die Kündigung waren insbesondere die deutlich gestiegenen Miet- und Nebenkosten im vorliegenden Vertragsentwurf. Diese hätten den städtischen Haushalt langfristig erheblich belastet. Gleichzeitig fehlte es an der notwendigen Planungssicherheit: Für einen tragfähigen Theaterbetrieb wären verlässliche Perspektiven über mehrere Jahre hinweg erforderlich gewesen. In der aktuellen Konstellation konnte diese Sicherheit nicht gewährleistet werden.
Hinzu kommt, dass sich das Kurhaustheater nicht im Eigentum der Stadt befindet und damit keine dauerhaft gesicherte infrastrukturelle Grundlage für die städtische Kulturarbeit darstellt. Diese Abhängigkeit erschwert eine nachhaltige Entwicklung zusätzlich.
Auch eine bloße Fortsetzung des bestehenden Vertragsverhältnisses durch eine automatische Verlängerung um ein weiteres Jahr wurde im Entscheidungsprozess betrachtet, letztlich jedoch verworfen. Eine solche Übergangslösung hätte zwar die Nutzung der Immobilie zunächst gesichert, jedoch keine verlässliche Grundlage für eine tragfähige Programmplanung geboten. Kosten und Auslastung hätten hier nicht ein Einklang gebracht werden können.
Der anstehende Weggang der künstlerischen Leiterin Simone Voicu-Pohl, die notwendige Suche nach einer geeigneten Nachfolge sowie die anschließende Einarbeitung in die spezifischen Strukturen des Kurhaustheaters hätten dazu geführt, dass innerhalb dieses Zeitraums faktisch keine belastbare Planung möglich gewesen wäre. Ohne ausreichenden Vorlauf, ohne eingearbeitete Strukturen und unter gleichzeitig unsicherer vertraglicher Perspektive wäre ein qualitativ und wirtschaftlich verantwortbarer Spielbetrieb kaum realisierbar gewesen.
„Es gibt in dieser Situation keine Lösung, die in jeder Hinsicht zufriedenstellend ist. Wir mussten zwischen mehreren nicht idealen Optionen abwägen. Der vorliegende Vertrag war in seiner Ausgestaltung für die Stadt letztlich nicht tragbar – und auch eine Verlängerung hätte zwar das Gebäude gesichert, aber keinen verlässlichen Theaterbetrieb ermöglicht“, erklärt Bürgermeister Felix Carl.
Die Entscheidung steht zudem im Kontext der aktuellen Haushaltslage. Die Stadt Bad Bramstedt befindet sich in einem Konsolidierungsprozess, in dem freiwillige Leistungen besonders sorgfältig geprüft werden müssen. Das bedeutet auch, dass Ausgaben in einen gesamtstädtischen Zusammenhang gestellt werden müssen. Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung betreffen unterschiedliche Bereiche – von Einsparungen bis hin zu Anpassungen bei freiwilligen Leistungen.
„Wir müssen verantwortungsvoll mit den finanziellen Mitteln unserer Stadt umgehen und Entscheidungen im Gesamtzusammenhang treffen. Es ist nicht vermittelbar, an einer Stelle wie der Mittagsverpflegung Einsparungen vorzunehmen und gleichzeitig im Kulturbereich dauerhaft erhebliche Mehrbelastungen einzugehen, die wir nicht tragen können“, so Bürgermeister Felix Carl.
Gleichzeitig ist die Entscheidung ausdrücklich kein Rückzug aus der kulturellen Verantwortung. Politik und Verwaltung sind sich einig, dass Kultur weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Lebens in Bad Bramstedt bleiben soll.
„Unser Ziel ist es jetzt, nach vorne zu schauen. Wir wollen ein tragfähiges kulturelles Konzept entwickeln, das zu den Möglichkeiten der Stadt passt und gleichzeitig den Menschen ein attraktives Angebot bietet“, betont die Leiterin vom „Amt. Zum Glück.“, Swantje Maaß.
Daher wird kurzfristig ein neues Kulturkonzept erarbeitet. Dieses soll aufzeigen, wie auch unabhängig vom Kurhaustheater ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Kulturprogramm in Bad Bramstedt gestaltet werden kann.
Die Tür für zukünftige Entwicklungen rund um das Kurhaustheater bleibt dabei bewusst offen. Auch alternative Modelle oder Kooperationen sind nicht ausgeschlossen und können erneut geprüft werden.
„Wir schlagen die Tür nicht zu. Aber wir schaffen uns jetzt die Möglichkeit, unter verlässlicheren Rahmenbedingungen neu zu denken und neue Wege zu gehen“, so Swantje Maaß.
Stadt kündigt Mietvertrag fürs Kurhaustheater
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