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Jugendliche werden zu "MedienLeuchten"

18 Schülerinnen und Schüler haben jetzt ihr Zertifikat.

18 Schülerinnen und Schüler wurden in mehreren Workshop-Tagen auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Begleitet wurden sie dabei von der Schulsozialarbeit und einer Lehrkraft. Die Ausbildung und fachliche Begleitung übernahm die „Kompetenzwerft“. Foto: Kinderschutzbund Bad Bramstedt

Bad Bramstedt  (anz) – Wie geht man mit Gewalt und Beleidigungen im Internet um? Was darf ich mit Fotos und Videos machen? Wie kommuniziere ich in Chats richtig? Und worauf sollte ich beim Spielen achten? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich 18 Schülerinnen und Schüler aus Bad Bramstedt intensiv beschäftigt. Am Montag erhielten sie dafür ihre Zertifikate als MedienLeuchten.
Das Besondere an dem Projekt: Die Jugendlichen aus der Gemeinschaftsschule Auenland und der Jürgen-Fuhlendorf-Schule geben ihr Wissen anschließend an jüngere Schülerinnen und Schüler weiter. Sie gehen in die Grundschulen und gestalten dort Workshops für die Kinder. So wird Medienkompetenz nicht nur vermittelt, sondern von Jugendlichen an die nächste Generation weitergegeben.
Insgesamt wurden die 18 Schülerinnen und Schüler in mehreren Workshop-Tagen auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Begleitet wurden sie dabei von der Schulsozialarbeit und einer Lehrkraft. Die Ausbildung und fachliche Begleitung übernahm die „Kompetenzwerft“ mit Mareike Häseker und Henning Evers. Das Konzept von MedienLeuchten setzt dabei bewusst auf einen Peer-to-Peer-Ansatz: Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9 werden ausgebildet, um anschließend Workshops für Kinder der Grundschulen durchzuführen.
Im Mittelpunkt standen vier Themenbereiche: Gewaltprävention und Empathie in Medien, Kommunikation, Fotos und Videos sowie Games. Dabei ging es beispielsweise um den Umgang mit Beleidigungen und Kettenbriefen, den Kontakt mit Fremden, den verantwortungsvollen Umgang mit Bildern und Videos sowie Fragen rund um Spiele und Altersfreigaben.
Organisiert wurde das Projekt von Janine Schrick, Bildungsvernetzerin des Schulverbandes Bad Bramstedt und Umland, sowie dem Deutschen Kinderschutzbund Ortsverband Bad Bramstedt. Der Kinderschutzbund sorgte dabei insbesondere für die Finanzierung und brachte die beteiligten Partner zusammen. Damit konnte ein Projekt umgesetzt werden, das Schulen, Schulsozialarbeit, Fachleute für Medienpädagogik und den Kinderschutz miteinander verbindet.
„Kinder und Jugendliche erleben digitale Medien ganz selbstverständlich. Deshalb ist es wichtig, dass sie nicht nur wissen, was technisch möglich ist, sondern auch lernen, wie sie sich selbst und andere schützen können. Besonders spannend ist für uns, dass die Jugendlichen ihr Wissen anschließend selbst an jüngere Kinder weitergeben. Sie sind dadurch nicht nur Teilnehmer, sondern übernehmen Verantwortung.“, erklärt Henning Evers von der Kompetenzwerft.
Auch Karin Steffen, Vorsitzende des DKSB-Ortsverbands Bad Bramstedt, sieht darin einen wichtigen Ansatz: „Für uns war entscheidend, dass aus der Idee ein gemeinsames Projekt verschiedener Partner wird. Wir wollten Jugendlichen etwas an die Hand geben, das sie selbst nutzen und an andere weitergeben können.“ „Wenn Schülerinnen und Schüler dann in die Grundschulen gehen und dort mit den Kindern arbeiten, entsteht etwas, das über die eigentliche Ausbildung hinausgeht“, so Steffen weiter.
Der Kinderschutzbund möchte den eingeschlagenen Weg weiter unterstützen. Denn Medienkompetenz ist heute ein wichtiger Bestandteil des Kinderschutzes – und manchmal lernen Kinder eben am besten von denen, die selbst noch gar nicht so lange älter sind als sie.

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