Kreis Steinburg/Kreis Segeberg (ots) – Pünktlich zum neuen Jahr ist auch bei uns in Norddeutschland der Winter eingekehrt und soll die nächsten Tage noch bleiben. Die niedrigen Temperaturen, Schnee und Glätte bringen allerdings auch zahlreiche Gefahren im Alltag mit sich. Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein appelliert daher an alle Bürger, Vorsicht walten zu lassen und die winterlichen Risiken nicht zu unterschätzen.
Trügerische Sicherheit: Lebensgefahr auf Eisflächen
Insbesondere bei Gewässern besteht aktuell Lebensgefahr! Eisflächen wirken häufig fester, als sie tatsächlich
sind. Selbst einige Zentimeter dickes Eis reichen nicht aus, um Menschen sicher zu tragen. Als Richtwert sollte das Eis mindestens 15 Zentimeter dick sein, bei Fließgewässern gilt sogar eine Dicke von mindestens 20 Zentimetern. Allerdings darf eine Eisfläche niemals ohne Freigabe der örtlichen Ordnungsbehörde betreten werden. Neben Fließgewässern wie Bächen oder Flüssen sind auch Stellen mit Strömung und Bereiche in Ufernähe und mit unterschiedlichen Eisdicken durch beispielsweise Pflanzen besonders gefährlich.
Ab wann darf Eis betreten werden?
Eine pauschale Aussage, ab wann Eisflächen sicher betretbar sind, ist nicht möglich. Verantwortlich für die
Freigabe und Kennzeichnung sicherer Eisflächen sind örtliche Ordnungsbehörden. Zum aktuellen Zeitpunkt ist es unwahrscheinlich, dass es in Schleswig-Holstein bereits freigegebene Eisflächen gibt. Sobald eine Freigabe erfolgt, wird diese öffentlich bekannt gegeben.
"Eis kann trügerisch sein. Es ist von außen nicht sichtbar, wie tragfähig die Eisfläche wirklich ist. Leider werden die Gefahren im Winter noch immer häufig unterschätzt", so Landesbrandmeister Jörg Nero.
Sicherheitsregeln für Eisflächen im Überblick
- Nur freigegebene und ausgeschilderte Flächen betreten
- Eis sollte mindestens 15 cm (bei Fließgewässern sogar 20 cm) dick sein
- Niemals allein aufs Eis gehen, es sollte immer jemand dabei sein, der zur Not Hilfe holen bzw. den Notruf wählen kann
- Eis bei Knacken oder Knistern vorsichtig, aber sofort verlassen
- Droht das Eis, einzubrechen und bilden sich Risse: flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen und vorsichtig zum Ufer robben
- Eisflächen nicht betreten bei: Tauwetter, Schneedecke oder ungünstigen Wetterlagen
- Bei Einbruch ins Wasser: Arme schnell ausbreiten, um nicht unter das Eis zu geraten. Versuchen, auf die Oberfläche zu rollen und zum Ufer zu kriechen.
- Von außen helfen: der eingebrochenen Person einen Stock, Schal oder ähnliches reichen und damit aus dem Wasser ziehen. Notruf (112) absetzen. Ist die Person weiter entfernt, sich selbst mit einem Seil am Ufer sichern und zur betroffenen Person kriechen. Eigensicherung hat oberste Priorität!
- Nach Einbruch ins Wasser: Nasse Kleidung sofort auszeihen und in trockene Decke wickeln und trockene Kleidung anziehen.
Gefahren beim Betreten von Wäldern im Winter
Auch Wälder bergen in der kalten Jahreszeit Risiken wie zum Beispiel herabfallende Äste durch Eis- und Schneelast, Stürze und Rutschgefahr durch verwurzelten und vereisten Untergrund oder Orientierungsverlust bei schlechter Sicht.
Sicher durch den Wald
- Geeignetes Schuhwerk mit Profil
- Wetterangepasste Kleidung
- Handy mit vollem Akku
- Route vorher bekannt geben und Wege nutzen
- Wald möglichst nicht bei stürmischem Wetter betreten
Gefahren im Straßenverkehr
- Angepasste Geschwindigkeit an Glätte und Sichtverhältnisse
- Winterreifenpflicht beachten, idealerweise mit Profil
- Größere Abstände einhalten
Allgemeine Verhaltenstipps für den Winter
- Man sollte sich täglich über Wetter und Straßenzustand informieren
- Gehwege vor dem Haus müssen freigeschaufelt werden
- Man sollte eine Notfallausrüstung im Auto haben (Decke, Eiskratzer, Starthilfekabel)
- Kinder über Gefahren aufklären
So kann man die Feuerwehr unterstützen
- Hydranten von Eis und Schnee befreien
- Ist eine Einsatzstelle schwer zu finden, sollten Einsatzkräfte nach Möglichkeit bereits auf der Anfahrt durch Einweiser gezielt zum Einsatzort geführt werden
Im Notfall gilt immer: 112 wählen! Die Feuerwehren in Schleswig-Holstein sind rund um die Uhr einsatzbereit.