Bad Bramstedt (usp) – 22 Jahre lang hat Christine Landschek (66) die Grundschule am Maienbeeck geleite. Mit Ablauf des Monats Januar wurde sie nun aus dem Schuldienst, den sie im Jahr 1985 begonnen hat, verabschiedet. Und zwar mit gleich drei Verabschiedungen: zuerst am Schulstandort Wiemersdorf, dann von den Kindern am Maienbeeck und schließlich von allen Mitarbeitenden der Schule und Weggefährtinnen.
Neben den Generationen an Schulkindern, die Landschek mit auf entscheidende Schritte des Lebens begleitet hat, hat sie auch maßgeblich an strukturellen Veränderungen „ihrer“ Schule Anteil gehabt. Unter anderem darf sich die Schule seit 2008 mit dem Zertifikat „Zukunftsschule“ schmücken. Im gleichen Jahr wurde der Schulhof unter Einbeziehung der Kinder und vieler Eltern umgestaltet.
Auch die Zusammenlegung der Grundschulen Bad Bramstedt und Wiemersdorf im Schuljahr 2009/2019 mit den damit verbundenen zusätzlichen Herausforderungen, musste sie als Schulleiterin meistern. Eine Besonderheit dürfte der klassenübergreifende Unterricht der Klassenstufen 1 und 2 gewesen sein, der in dieser Form bis zum Schuljahr 2018/2019 lief.
Hinzu kamen die gesellschaftlichen Veränderungen, die sich auch auf die Kinder auswirkten und den Schulalltag nicht leichter machten. Dazu gehört, dass in vielen Haushalten die Mütter aufgrund von Berufstätigkeit nachmittags nicht immer ansprechbar sind. Damit entfällt häufig auch das notwendige Üben von Lesen und des Einmaleins. Als Mutter von drei Kindern – übrigens alle drei Lehrer – kennt Landscheck die Doppelbelastung von Familie und Beruf. Als Lehrerin hatte sie allerdings den Vorteil, sich die Nachmittage teilweise flexibel gestalten zu können und die notwendigen Vorbereitungen dann in den Abend zu verschieben.Auch für die Partnerschaft Bad Bramstedts mit der polnischen Stadt Drawsko Pomorskie brachte sich Landschek ein. Nach einem Besuch in Polen kam es im Schuljahr 2010/11 zu einem Gegenbesuch der polnischen Partnerschule. Leider, so Landschek, sei diese schulische Partnerschaft trotz vieler Bemühungen eingeschlafen, bedauert sie.
Insgesamt, so bedauert Landschek, sei sie als Schulleiterin immer mehr mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt gewesen anstatt unterrichten zu können.
Landschek, die nach Aussage einer der Laudatorinnen immer gekämpft, aber nicht immer gewonnen – und trotzdem nie aufgegeben habe, hat ein Ziel leider nicht erreichen können: die angemessene bauliche Erweiterung der Grundschule am Maienbeeck.
Als Vorsitzende des Schulverbandes bedankte sich Hitzhusens Bürgermeisterin Claudia Peschel für alles, was Christine Landschek angeschoben und auf den Weg gebracht hat.
Mit einem auf sie zugeschnittenen Lied und Gedicht, einer musikalischen Einlage, sehr persönlichen Worten sowie zahlreichen Geschenken brachten ihr Kollegium sowie die weiteren Mitarbeiter der Schule ihre Wertschätzung zum Ausdruck. Dabei verdrückte nicht nur Christine Landschek Tränen. „Es ist hart, sie gehen lassen zu müssen, aber unmöglich, sie zu vergessen“, meinte Nadine Degen, die zusammen mit Imke Husmann bis zu einer Nachbesetzung die Leitung der Schule kommissarisch übernommen hat.
„Es fällt mir schwer zu gehen“, beteuerte Christine Landschek abschließend, die zusammen mit ihrem Ehemann im neu erworbenen Wohnmobil auf Reisen gehen – und sich vermehrt ihren zwei im gleichen Haus wohnenden Enkelkindern sowie ihren beiden Hunden widmen möchte.
Abschied aus dem Schuldienst
Die Vorsitzende des Schulverbandes, Claudia Peschel (re.), verabschiedete Christine Landschek mit dankenden Worten und einem Geschenk für ihr jahrzehntelanges Engagement als Schulleiterin der Grundschule Maienbeeck. Fotos: Straehler-Pohl
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