Seniorenbeirat sucht neuen Vorsitzenden

Hartmut Heidrich ist vorzeitig von dem Amt zurückgetreten und verlässt den Seniorenbeirat

Verabschiedung des Vorsitzenden Hartmut Heidrich (Mitte) und der Schriftführerin Inge Schmidt-Müller (2. v. re.) durch den amtierenden Vorstand Bernhard-Michael Domberg, zweiter Beisitzer (v. re), Karen Helmcke, kommissarische Vorsitzende, und Kassenwart Hans-Jürgen Kielmann. Auf dem Foto fehlen der dritte stellvertretende Vorsitzende Jürgen Rohde und der erste Beisitzer Wolfgang Friedrichs. Fotos: Domberg

Stolz zeigt der scheidende Vorsitzende Hartmut Heidrich die aktuelle Ausgabe des Magazins LOS von NAH.SH, in der das Projekt „Führerschein“ für Bus und Bahn“ auf acht Seiten beschreiben wird.

Bad Bramstedt (bmd) – So hatte sich Hartmut Heidrich, langjähriger verdienter Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Bad Bramstedt, seinen Abgang nicht vorgestellt. Er trat am 22. Dezember 2021 vorzeitig von seinem Amt zurück und verließ gleichzeitig den Seniorenbeirat.
Was war geschehen? Wie in jedem Jahr organisierte Heidrich eine Theaterfahrt nach Hamburg. Dieses Mal gab es „Charleys Tante“ im Ernst-Deutsch-Theater, und 56 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich angemeldet. Heidrich schrieb die Theatergäste an und wies auf die zu der Zeit gültigen Bedingungen hin: 2G-Regel (geimpft und genesen) seien zu beachten, mit Impf- und Personalausweis. Zusätzlich wollte Heidrich vor gefälschten Impfausweisen warnen, die sich Fälscher im „Darknet“ besorgen.
Dabei drückte er sich derart ungeschickt aus, dass man daraus einen Hinweis ableiten konnte, sich die Dokumente auf diese Weise zu besorgen.
Doch wer den bescheidenen, manchmal überkorrekten Ex-Vorsitzenden kennt, würde nicht im Entferntesten auch nur auf die Idee kommen, dass Heidrich derartiges Vorgehen tolerieren, und schon gar nicht empfehlen würde.
Doch zwei Besucherinnen sahen das ganz anders und beschwerten sich bei der Stadtverwaltung. Eine Beschwerdeführerin hatte zuvor Heidrich angerufen.
Kurze Zeit später informierte die Bürgermeisterin den Vorsitzenden des Seniorenbeirates. Sie interpretierte das Schreiben wie die Beschwerdeführerinnen und informierte den Hauptausschuss der Stadt. Klärende Gespräche mit ihm hätten, so Hartmut Heidrich, weder mit der Bürgermeisterin noch mit dem Hauptausschuss stattgefunden. Der Hauptausschuss entschied dann, dass sich der Vorsitzende bei allen 56 Theatergästen entschuldigen müsse und sein Amt „umgehend“ niederzulegen habe. Doch damit nicht genug, ein anonymer Informant setzte die „taz“ in Kenntnis und ein Artikel folgte, der auch in den elektronischen Medien seinen Niederschlag fand.
Diese  Vorgehensweise veranlasste Hartmut Heidrich, sein Amt und seine Mitgliedschaft niederzulegen. Nun sucht der Beirat eine/n neue/n Vorsitzende/n.
Auch die erst kürzlich wiedergewählte Schriftführerin des Seniorenbeirates, Inge Schmidt-Müller, zeigte sich herb enttäuscht von der Vorgehensweise von Politik und Verwaltung, dass sie ihr Amt zum 13. Januar 2022 niederlegte.
„Wenngleich Hartmut Heidrich den Brief an die Theatergäste in eigener Verantwortung geschrieben hat, sehe ich den Seniorenbeirat unnötigerweise beschädigt“, beklagte die erfahrene Journalistin.
Dabei haben die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung wohl nicht im Entferntesten gewusst, welche Arbeitsergebnisse der Seniorenbeirat unter der mehr als sechsjährigen Führung von Hartmut Heidrich vorzuweisen hat.
Ob das monatliche „Forum im Schloss“ mit kompetenten Vorträgen, die nicht nur für ältere Leute geeignet sind, die wöchentliche Sprechstunde des Beirates oder der Senioren-Computerclub, um nur einige der zahlreichen Aktivitäten zu nennen.
Die nachhaltigste und erfolgreichste Aktivität des Seniorenbeirates der letzten zwei Jahre unter Führung von Hartmut Heidrich ist der „Führerschein“ für Bus und Bahn. Dieses bundesweit einmalige Projekt, mit deren Hilfe den Menschen die Hemmschwelle zum Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV) abgebaut werden soll, wurde nicht nur im Rahmen der „Energie Olympiade“ mit einem Themenpreis für die kommunale Verkehrswende ausgezeichnet, die landesweite „Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH“ (NAH.SH) widmete dem Projekt in ihrem aktuellen Magazin acht Seiten. Das Magazin erscheint vierteljährlich mit einer Auflage von 28.700 Exemplaren. Zielgruppen sind rund 1.800 Abonnenten und alle Schleswig-Holsteiner, die am ÖPNV interessiert sind.
Wie geht es mit dem Seniorenbeirat weiter? Karen Helmcke hat zunächst kommissarisch den verwaisten Vorsitz übernommen, eine Nachfolgerin beziehungsweise Nachfolger für die Schriftführerin Schmidt-Müller wird auch noch gesucht.

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