Neues Wohnzimmer für Familie Storch

Im Zuge der Kernsanierungsarbeiten am Gebäudekomplex von ehemals „Spielwaren Conradt“ ist auch der Storchenhorst ausgetauscht worden

Stück für Stück wurde der alte Horst abgerissen. Am Ende kamen gut 800 Kilo Äste, Sand und weiteres Nestbaumaterial zusammen. (Foto: Carmen Garrels)

Deutlich kleiner: Der neue Horst wurde sicher befestigt. Links ist die Vorrichtung der Webcam zu sehen. (Foto: Claaßen)

Die „Windecker Reimer Wohnbau GmbH“ hat den Gebäudekomplex gekauft und wird ihn kernsanieren. (Foto: Claaßen)

Kellinghusen (tc) – 25 Jahre alt und 800 Kilo schwer: Das Storchennest auf dem Schornstein der alten Fischräucherei an der Bahnhofsallee ist das heimliche Wahrzeichen Kellinghusens. Und es ist eigentlich noch älter, „aber vor 25 Jahren ist das Nest zum letzten Mal erneuert worden“, sagt Jan Reimer. Jetzt war es wieder einmal dringend an der Zeit gewesen, Adebars Zuhause von Grund auf zu renovieren. Gut 1,40 Meter hoch war der Horst im Laufe des letzten Vierteljahrhunderts von den Storcheneltern aufgetürmt worden. 1,80 Meter hatte es im Durchmesser und war fast eine Tonne schwer. Da mussten die Feuerwehr mit ihrer Drehleiter und der NABU mit ran, um das alte Nest sicher gegen ein neues auszutauschen.
Denn einige Meter weiter unten wird hart gearbeitet. Bis auf die Grundmauern wird das Haus abgerissen. Jan Reimer, Inhaber des Fachbetriebs Maler Hansen, hat zusammen mit seiner Frau Lea, deren Bruder Johannis Windecker und dessen Frau Cathleen die „Windecker Reimer Wohnbau GmbH“ gegründet und zum Jahreswechsel das alte Gebäude von Spielwaren Conradt in der Hauptstraße gekauft. Zum Komplex gehört auch die dahinter liegende alte Räucherei samt Schornstein – und Storchenmietern.
„Wir versetzen den gesamten Gebäudekomplex in den Rohbauzustand“, erklärt Jan Reimer. Eingerüstet ist das ehemalige Spielwarengeschäft schon. Am Ende der umfangreichen Kernsanierung soll der Komplex wieder als Wohn- und Geschäftshaus genutzt werden. „Im Moment bauen wir alles zurück und warten auf die Genehmigungen der Behörden, um dann alles wieder aufzubauen“, so Reimer. Noch in diesem Jahr soll alles fertig sein, lautet der ehrgeizige Plan. „Ob das mit Corona tatsächlich alles so passt, werden wir sehen“, gibt er sich selbst einen Zeitpuffer.
Der Storch hatte die Arbeiten aus sicherer Entfernung überwacht. Noch bevor Jochen Schröder vom NABU und Frank Zyweck im Drehleiterkorb der Feuerwehr ans Nest heranfuhren, saß der Vogel drauf und beäugte die Vorbereitungen unter ihm. Gut zweieinhalb Stunden hat es gedauert, das alte Nest runterzureißen und das neue sicher zu befestigen. Schröder hatte das 60 Kilo schwere Ringgestell geschweißt und schon die ersten Äste eingebaut. „Zwei Stunden später kam der Storch zurück und landete auf seinem Horst“, hat Reimer beobachtet. „Und er hat direkt angefangen, sich sein neues Nest auszubauen.“
Was darin passiert, sollen die Kellinghusener im Livestream verfolgen können, denn Jan Reimer ließ am Schornstein eine Webcam installieren. Die ist allerdings noch ohne Strom und ohne Wlan. Wenn beides läuft, sollen die Bilder von Familie Storch auf die Website der Stadt übertragen werden.

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