"Das ist schöner als auf dem Römer"

Wiemersdorf: Herzlicher Empfang für Britta Carlson

Der Vorsitzende des TSV Wiemersdorf, Bernd Rieve (li.) und Bürgermeister Gerd Sieck gratulierten Britta Carlson zu dem Erfolg des Nationalteams, an dem sie auch großen Anteil gehabt hat. Fotos: Straehler-Pohl

Als "Europameister der Herzen" begrüßte die Damenfußballmannschaft Blau-Rot Holstein, eine Spielgemeinschaft aus Großenaspe und Wiemersdorfer Spielerinnen, Britta Carlson (Mitte).

Musikalisch wurde Britta Carlson vom Orchester des TSV Wiemersdorf empfangen.

Wiemersdorf (usp) – Millionen Zuschauer haben sie in den vergangenen Wochen an der Seite der Bundestrainerin des Frauenfußballs, Martina Voss-Tecklenburg, erlebt: Britta Carlson, Co-Trainerin und zuständig für die taktische Ausrichtung. Am Mittwoch wurde sie in ihrem Wohnort Wiemersdorf mit einem Empfang im örtlichen Schwimmbad, das nur wenige Schritte von ihrem Wohnhaus entfernt liegt, überrascht.
Die Gemeinde, die Freiwillige Feuerwehr und der Sportverein hatten gemeinsam sehr kurzfristig diesen Empfang organisiert. Durch ein Spalier von applaudierenden Sportlern und Bürgern wurde Britta Carlson, die zuvor von Bürgermeister Gerd Sieck und dem Vorsitzenden des TSV, Bernd Rieve zu Hause abgeholt worden war, ins Schwimmbad geleitet. Dort begrüßte sie zunächst der Musikzug des TSV musikalisch.

Sowohl Bürgermeister Sieck als auch Bernd Rieve brachten zum Ausdruck, wie stolz sie auf ihre berühmte Einwohnerin sind, die seit dem Jahr 2018 im Ort ansässig ist. Rieve lobte auch die herausragende Leistung der Spielerinnen, deren Tempo, Ausdauer und Spielwitz man nur von den Top-Clubs im Fußballgeschäft kenne. Danach gab es Sekt für alle und reichlich Blumensträuße für Britta Carlson.
„Damit hätte ich gar nicht gerechnet, das ist schöner als auf dem Römer, es ist persönlicher“, meinte Carlson, die mit der Nationalmannschaft gerade einen überwältigenden Empfang vor tausenden von Fans auf dem Balkon des Frankfurter Rathauses, dem Römer, erlebt hatte. Von dem war sie gerade einmal einen Tag vorher nach Wiemersdorf zurückgekehrt.

Es war tatsächlich gelungen, sie mit dem Empfang im Schwimmbad zu überraschen. Ihr Ehemann Nils Göttsche war zwar eingeweiht gewesen, hatte ihr aber nur gesagt, dass sie sich für diesen Abend nichts vornehmen solle. Deshalb habe sie sogar ihren Massagetermin abgesagt, verrät Carlson.
Ob die Freude oder Enttäuschung, das Endspiel verloren zu haben, überwiege, könne man so kurz nach dem Spiel nicht sagen. „Ich bin mehr stolz auf die Leistungen der Spielerinnen und freue mich, dass wir die Menschen berührt haben“, so Carlson gegenüber dem „Anzeiger“.
Nicht zufrieden zeigte sie sich mit der Leistung der Schiedsrichterinnen, nicht nur wegen eines für die deutsche Mannschaft nicht gegebenen Elfmeters. „Die Schiedsrichterleistung war allgemein unter Niveau“, so ihr klares Urteil.
Auf die Frage, ob es ihr als ehemaliger, langjähriger Profi manchmal „noch in den Beinen juckt“, wenn etwas auf dem Platz nicht ganz rund läuft, meint sie: „Nein, ich weiß ja, dass ich dort nicht mehr mithalten könnte.“ Aber manchmal würde sie gerne mehr Einfluss nehmen können, wie beim Handball, wo Auszeiten für Besprechungen genommen werden können.
„Das konnte ich mir nicht vorstellen“, erklärte sie zu dem überwältigenden Menschauflauf in Frankfurt. Anders, wenn nur wenige Menschen gekommen wären, wären die Spielerinnen sicherlich enttäuscht gewesen, freut sie sich über den hohen Zustimmungsgrad.  
Im Trainerstab ist sie zuständig für die taktische Ausrichtung und gibt Nationaltrainerin Voss-Tecklenburg entscheidende Hinweise, unter anderem auch für deren Besprechung mit den Spielerinnen in der Halbzeit.

Bei ihrer Arbeit kann Britta Carlson auf reichlich Erfahrung aus ihrer aktiven Spielzeit zurückgreifen. Erste Bundesligaerfahrung hat sie beim SV Schmalfeld gesammelt, wo sie auch ihren Ehemann kennenlernte, der Trainer der Bundesligamannschaft war und heute als freier Journalist arbeitet. Weitere Stationen ihrer sportlichen Kariere waren beim HSV und bei Turbine Potsdam, wo sie mit der Mannschaft Deutsche Meisterin, DFB-Pokalsieger und einmal sogar Siegerin des UEFA Cups wurde.
In der DFB-Nationalmannschaft bestritt sie 30 Spiele, das erste davon gegen die Volksrepublik China. Als Krönung kam der Titel der Europa-Meisterschaft 2005 mit der A-Nationalmannschaft durch die in England ausgetragene Europameisterschaft durch einen 3:1-Sieg gegen Norwegen hinzu.
Als Co-Trainerin beim VFB Wolfsburg erreichte sie mit ihrer Mannschaft drei Pokalsiege und einmal sogar die Champions-League.
Bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen gewann Carlson mit dem deutschen Team die Bronzemedaille durch einen 1:0-Sieg gegen das schwedische Team.
Seit 2018 gehört Britta Carlson dem Trainerstab der DFB-Elf der Damen an.


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