700 Jahre: Weddelbrook in Feierlaune

Weddelbrooker feierten ihre lange Dorfgeschichte

Gar nicht so einfach: Beim Sommerfest mussten die Erwachsenen ihre Geschicklichkeit unter anderem bei „Wasserspielen“ beweisen. Fotos: Zwicker

...und auch die Kinder hatten großen Spaß.

Die Bühnenbuttjers unterhielten mit einer "Märchenhaften Therapiestunde".

Die DANCEsensation machte mächtig Stimmung.

Amtsvorsteher Torsten Klinger (li.) gratulierte Bürgermeister Stefan Gärtner beim Empfang zum 700-jährigen Bestehen der Gemeinde. Fotos: Otto

Weddelbrook ist eine große Familie: Ehrenbürgermeister Peter Boyens (li.) wünschte seinem Schwiegersohn, Bürgermeister Stefan Gärtner, alles Gute zum Dorfjubiläum.

Gastredner Reimer Fülscher blickte op Platt in die lange Dorfgeschichte.

Pastorin Petra Fenske beleuchtete die kirchlichen Aspekte.

"Weddelbrook, du schönstes Dörp": Der Mönkloher Chor gratulierte mit einigen Gesangsstücken.

Weddelbrook (zwi/hot) – Welch ein Fest?! Schon weit vor dem offiziellen Start versammelten sich am vergangenen Sonnabend zahlreiche Kinder mit Eltern auf dem geschmückten Weddelbrooker Schulhof. Punkt 15 Uhr gab Gemeindevertreter Carsten Schweder vom ehrenamtlichen Organisationsteam den Startschuss für die Mega-Party im Rahmen des sich über das ganze Jahr 2022 erstreckenden Programms für das 700-Jahr-Jubiläum des Dorfes. Denn aus 1322 datiert die erste urkundliche Erwähnung Weddelbrooks.

Die Kinder durften an neun von Jugendlichen und jungen Erwachsenen betreuten Ständen ihre Geschicklichkeit beweisen oder ihr Glück testen. So wurden Bälle und Sandsäckchen geworfen, alte Schuh-Paare sortiert, beim Mini-Krocket gezielt, die Weddelbrooker Flagge aus bemalten Bananenkartons „gepuzzelt“ und vieles mehr. Mehr als 140 Kinder registrierten die Veranstalter. Alle Mädchen und Jungen bekamen unabhängig von ihren Ergebnissen die gleiche Belohnung: Eine Gutscheinkette, die sofort eingelöst werden konnte. Meistens wurden zunächst die Gratis-Naschitüten abgeholt. Zudem spendierte die Gemeinde Eis, Getränke und Grillwürstchen. Das fleißige Weddelbrooker Organisationsteam hatte für die Kinder auch eine Riesen-Hüpfburg aufgestellt, die mit Begeisterung strapaziert wurde.
Selbstverständlich wurde auch den älteren Gästen aus dem Dorf und der Umgebung allerhand geboten. So präsentierte die Weddelbrooker Kita eine große Kuchenauswahl und schenkte Kaffee aus, wenige Schritte weiter gab es Crêpes, Cocktails und Bauernhof-Eis. Wer es lieber deftig mochte, reihte sich in die Schlangen vor dem Schwenkgrill, dem Pommes- und Veggie-Stand oder am Wildschwein-Imbiss ein. Der Andrang war groß, Pommes und Wurst konnten gar nicht so schnell braun werden, wie die Bestellungen eingingen.

Nach den Kinderspielen starteten 15 Erwachsenen-Teams mit fantasievollen Team-Namen wie „Landjugend von gestern“, „Schürzenjäger“, „Bahama-Mamas“ und „TSV-Trinksportverein“. Die Spiele für die „Alten“ hatten sich die Vereine und die Gemeindevertretung ausgedacht. Bei der Feuerwehr wurde auf ungewöhnliche Weise Wasser transportiert, was zu manch unfreiwilliger Dusche führte.  Der Jagdverein testete das naturkundliche Wissen der Teams, bei den Anglern wurde das Zielwerfen geübt, der Seniorenclub ließ die Teilnehmer mit verdeckten Augen auf eine Punktewand zusteuern. Gewonnen hat das Weddelbrooker Team CTT.
Großes Gedränge herrschte vor der Bühne, als Tänzerinnen der DanceSensation vom TSV Weddelbrook ihre schwungvollen Choreografien zeigten. Nach einem märchenhaft komischen Auftritt der Hobbyschauspieler von den Weddelbrooker Bühnenbuttjers auf dem provisorischen Tanzparkett steigerte sich die Party-Stimmung noch mehr. Wie schon beim Dorffest vor drei Jahren begeisterte die „Ralf Dreeßen Band“ aus Rendsburg wieder mit großartiger Titelauswahl und unermüdlicher Spielfreude. Zahlreiche Festbesucher tanzten stundenlang – einige sogar fast durch die ganze lau(t)e Sommernacht.
Am frühen Morgen zog TSV-Vorsitzender Heino Früchtenicht als Leiter des Organisationsteams rundum zufrieden ein Fazit: „Für die Organisatoren eines etwaigen Weddelbrooker Festes in 50 oder 100 Jahren dürfte es schwierig werden, unsere Party zu toppen.“

Bereits einen Tag zuvor hatte die Gemeinde zu einem Empfang in Wolters Gasthof eingeladen. Rund 130 geladene Gäste erlebten ein paar vergnügliche Stunden mit Festreden und einem leckeren Imbiss, gewürzt mit Auftritten der Bühnenbuttjers und des Mönkloher Chores.
Zum besonderen Jubiläum überbrachte Amtsvorsteher Torsten Klinger die Glückwünsche des Amtes Bad Bramstedt-Land. Und er brachte es auf den Punkt: „Und wenn man heute hier in die schöne Gemeinde Weddelbrook kommt, spürt man förmlich, mit welch einer Leidenschaft die Bürger von Weddelbrook sich mit ihrer Gemeinde identifizieren.“ Doch könnte die Gemeinde im Blick auf ihre 700-jährige Geschichte Gefahr laufen, „in die Jahre zu kommen“? „Für Weddelbrook gilt das sicher nicht“, so Klinger.
Bürgermeister Stefan Gärtner hatte schon einmal „in die Glaskugel geschaut“. „Ein Dorfentwicklungsplan soll uns dabei helfen, für die Gemeinde einen Fahrplan aufzustellen und wie und wo die Gemeinde sich entwickeln soll, auch um die Möglichkeit zu bekommen, Fördergelder für bestimmte Projekte zu erhalten“, sagte Gärtner. Die Erweiterung der Feuerwehr werde notwendig sein, um den Auflagen der Feuerwehrunfallkasse gerecht zu werden. Dadurch bedingt werde eine Neugestaltung des Dorfplatzes und des Dorfhauses nötig sein...und, und, und...Es wird also für uns und unsere Nachfolger nicht langweilig werden“, blickte der Bürgermeister in die Zukunft.

„Weddelbook hat Zukunft“, bekräftigte auch der Vorgänger von Stefan Gärtner, sein Schwiegervater Ehrenbürgermeister Peter Boyens. Sein Credo: „Das Ehrenamt macht die Gemeinde lebens- und liebenswert.“ Und: „Die Infrastruktur ist gigantisch.“
Gastredner war Reimer Fülscher. Er hatte sich die Chronik der Gemeinde vorgenommen und führte die Gäste in seiner ihm eigenen launigen Art durch die vergangenen Jahrhunderte – selbstverständlich op Platt. Und Pastorin Petra Fenske von der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Bad Bramstedt machte deutlich, dass die Weddelbrooker Geschichte auch eine Geschichte der Kirche und des Glaubens ist.
Neben dem leckeren Imbiss gab‘s auch „Kultur satt“. Die Weddelbrooker Bühnenbuttjers unterhielten die Gäste mit einer ganz besonderen plattdeutschen Aufführung – mit dem Sketch „Märchenhafte Therapie“.  Und der Mönkloher Chor gratulierte sogar mit einem extra auf die Gemeinde gemünzten Stück – mit „Weddelbrook, du schönstes Dörp“ nach der Melodie vom Schleswig-Holstein-Lied.

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