Mehr Frauen in die Politik

Mentoring-Programm für politisch interessierte Frauen ist gestartet

Aktionsprogramm: Politisch interessierte Frauen trafen sich am 1. Juli im Itzehoer Rathaus mit ihren Mentoren aus der Kommunalpolitik zum Austausch. © Karin Lewandowski

Kreis Steinburg/Itzehoe (anz) – Noch immer sind Frauen in der Kommunalpolitik deutlich unterrepräsentiert. Im Durchschnitt sind nur knapp ein Drittel der kommunalpolitischen Vertreter Frauen. Im Bürgermeisteramt sind es sogar nur zehn Prozent. Die Stadt Itzehoe und der Kreis Steinburg bilden da keine Ausnahme. Mit dem überregionalen und überparteilichen „Aktionsprogramm Kommune – Mehr Frauen in die Politik“ soll sich das ändern. Denn für die Entwicklung zukunftsfähiger Kommunalpolitik sind auch insbesondere die Sichtweisen, Erfahrungen und Kompetenzen von Frauen gefragt.

Der Kreis Steinburg ist eine von bundesweit zehn teilnehmenden Modellregionen mit dem Ziel, mehr Frauen in Rathäuser, Landratsämter und kommunale Vertretungen zu bringen. Unter Federführung der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Steinburg, Dr. Natalie Nobitz, in Zusammenarbeit mit dem Kommunalpolitischen Frauennetz im Kreis Steinburg (KopF) e. V. bewarb sich der Kreis Steinburg im vergangenen Jahr für das Aktionsprogramm und erhielt den Zuschlag.

„Es passt unter anderem auch deshalb so gut, weil das Aktionsprogramm Kommune die gleichen Ziele verfolgt, die auch der KopF e. V. seit seiner Gründung 2004 verfolgt: Die Vernetzung und Unterstützung kommunalpolitisch interessierter und aktiver Frauen unter anderem durch Workshops und Fachtagungen“, freut sich Karin Lewandowski, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Itzehoe und stellvertretende Vorsitzende von KopF e. V.

Das Aktionsprogramm Kommune "Mehr Frauen in die Politik!" besteht aus mehreren Bausteinen: Jede der teilnehmenden Regionen stellt eine Steuerungsgruppe auf, die einen Maßnahmenkatalog passgenau für die eigene Region entwickelt.

Zentraler Teil des Aktionsprogramms ist das Mentoring-Programm. Es richtet sich an politisch interessierte oder bereits engagierten Frauen und will sie auf ihrem Weg in die Politik unterstützen und stärken. Dabei werden sie von erfahrenen Kommunalpolitikern ein Jahr lang beraten, begleitet und unterstützt. Bis Ende Mai konnten sich interessierte Frauen bewerben. Am Freitag, dem 1. Juli, trafen zehn von ihnen nun zum ersten Mal persönlich mit ihren Mentoren zusammen. Auch der Bürgermeister der Stadt Itzehoe, Ralf Hoppe, und Karin Lewandowski werden für ein Jahr als Mentoren eine Mentee begleiten.

„Dass nicht mehr Frauen in der Kommunalpolitik vertreten sind, hat vielfältige strukturelle Gründe“, so Lewandowski. „Die Sitzungszeiten am Abend plus Vorbereitungszeit sind für viele Frauen, die neben ihrem Job noch immer meist den Großteil der Care-Arbeit leisten, sehr schwer einzurichten. Die kulturell männlich geprägten kommunalpolitischen Strukturen und leider noch immer auftretender Alltagssexismus können zusätzlich abschreckend wirken.“

Diese und andere Rahmenbedingungen, die Frauen den Weg in die Kommunalpolitik erschweren, sind nicht nur Themen im Mentoring-Programm, über sie diskutierten die Teilnehmenden auch im Rahmen einer Demokratiewerkstatt am 25. Juni. Die Demokratiewerkstatt ist ebenfalls Baustein des Aktionsprogrammes. Angesichts der Kommunalwahlen im nächsten Jahr kommt das Programm gerade zur richtigen Zeit: „Wenn sich nächstes Jahr bei der Wahl ein paar mehr Frauen aufstellen lassen, sind wir auf einem guten Weg“, so Lewandowski.

Gefördert wird das Programm vom Bundesgleichstellungsministerium. Es wird von der EAF Berlin (Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin e. V.) in Kooperation mit dem Deutschen Landfrauenverband e. V. durchgeführt.

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