„Was für ein Spiel!“

Itzehoe Eagles ringen Spitzenreiter nieder

Robert Heise beim Wurf © Itzehoe Eagles

Itzehoe (anz) – „Was für ein Spiel!“ – Der begeisterte Kommentar eines Fans sagte alles: Rund 500 Besucher im Sportzentrum am Lehmwohld hatten ein denkwürdiges Basketballspiel gesehen. Und zwar eines mit dem richtigen Ende: Die Itzehoe Eagles haben am Pohl-Heimspieltag in der BARMER 2. Basketball Bundesliga den bisherigen Spitzenreiter Lok Bernau mit 91:88 besiegt.

Die Viertelergebnisse sagen viel aus: 20:20, 22:23, 23:21, 26:24. Es war eine enorm spannende Partie, in der die Führung satte 24 Mal wechselte, 13 Mal stand es unentschieden. Die Mannschaft habe ihre Tiefs aufgefangen, indem sie durchgehend mit „unheimlich viel Herz“ gespielt habe, sagte Coach Timo Völkerink. Defensiv sei das Team nie eingebrochen, und die offensiven Schwächephasen blieben kurz – sie seien auch der Qualität eines solchen Gegners geschuldet.

In den ersten Minuten galt das nur bedingt, die Itzehoer begannen mit leichten Ballverlusten und vergebenen Chancen. Doch die Verteidigung stand gut, vorn ging Trey McBride mit zwei Dreiern voran. Ein Problem waren frühe zweite Fouls für Shaquille Rombley, der in der ersten Hälfte nur eingeschränkt spielte, und Jack Fritsche, der insgesamt wegen der Foulbelastung nur elf Minuten auf dem Feld stehen konnte, die allerdings waren produktiv. Andere seien in die Bresche gesprungen, sagte Völkerink. Ob Tim Lang, Tobias Möller, Robert Heise oder Leevi Erkkilä, jeder Spieler habe seine Rolle gut ausgefüllt.

Bernau allerdings setzte immer wieder „intensive Nadelstiche“ – zum Beispiel zu Beginn des zweiten Viertels, als es nach gut einer Minute 20:27 stand. Völkerink nahm die Auszeit, sein Team kam stabil zurück und führte plötzlich 28:27. Es entwickelte sich ein hochklassiger Schlagabtausch, den Schlusspunkt setzte Emil Marshall mit einem Dreier zum 42:43-Halbzeitstand.

Die zweite Hälfte begann nicht gut für die Gastgeber, aber wieder blieben sie cool, holten sich durch McBride und Shaquille Rombley die Führung und verteidigten sie mit Freiwürfen bis zum 65:64 vor dem letzten Viertel. In diesem hatte erst Bernau wieder leichte Vorteile, dann zwang Eagles-Kapitän Erik Nyberg mit seiner Aggressivität den Gegner zu Fouls und verwandelte die Freiwürfe sicher. Rombley erzielte mit dem 87:81 die höchste Itzehoer Führung eine halbe Minute vor Schluss, doch das Spiel war noch längst nicht vorbei. Bernau punktete und foulte, um die Uhr anzuhalten, die Eagles trafen zwei Mal einen von zwei Freiwürfen. Bei vier Punkten Vorsprung foulte Nyberg seinen Gegenspieler im Dreier, alle Freiwürfe saßen, noch sechs Sekunden. Bernau foulte Nyberg, der nervenstark zwei Mal von der Linie traf. Der letzte Dreierversuch der Gäste ging daneben, Riesenjubel in der Halle.

Einer analysierte ganz nüchtern: „Es war noch lange nicht alles perfekt“, sagte Völkerink. 21 Offensivrebounds für Bernau waren deutlich zu viel, doch anders als einige Male zuvor brachte seine Mannschaft eine Partie auf Augenhöhe zu einem guten Ende: „Das war die überfällige Belohnung, die die Jungs sich selbst beschert haben.“

Wer das sehenswerte Spiel noch einmal genießen möchte: Das kostenlose Re-Live ist zu finden im Kanal der Eagles auf Twitch.

Eagles: Trey McBride (21, 3 Dreier), Shaquille Rombley (19, 9 Rebounds), Emil Marshall (13, 3 Dreier, 5 Rebounds, 5 Assists), Erik Nyberg (11), Jack Fritsche (9, 1 Dreier), Tim Lang (8, 1 Dreier), Robert Heise (7, 5 Rebounds), Tobias Möller (3), Leevi Erkkilä, Henrik Adler, Leonard Finck.

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