Zum Seiteninhalt springen
Moin Jobfinder
Seiteninhalt überspringen

Schüler führten durch den Geschichtenberg

Besuch von Ralf Stegner

© Christian Jansen

© Christian Jansen

© Christian Jansen

© Christian Jansen

Itzehoe (anz) – „Sich mit der Geschichte auseinander zu setzen, heißt ja auch, sich dem zu stellen, wo und wie Geschichte gewesen ist“, sagte der Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner beim Besuch des Geschichtenbergs, einem historischen Lern- und Gedenkort in Itzehoe. 

Die Nationalsozialisten errichteten über einer bronzezeitlichen Grabanlage eine „Weihehalle“, der sie den Namen „Germanengrab“ gaben. Im Mittelalter fanden hier vermutlich Hinrichtungen statt, deswegen hieß der Ort auch lange „Galgenberg“. 

Dass die Bezeichnung „Germanengrab“ aber historisch falsch ist und der nationalsozialistischen Rassenideologie diente, erfuhr Stegner bei seinem Besuch durch eine Führung von Schülern aus dem Geschichtsprofil des Sophie-Scholl-Gymnasiums. 

Der Schüler Timon Eisenkrätzer erläuterte anhand eines Schulwandbildes des NS-Malers Wilhelm Petersen, wie diese Propaganda funktionierte: „Petersens Zeichnungen sollten der Volkserziehung dienen und Bilder von ordentlichen, starken Germanen zeigen.“ Julius Müller stellte ein gigantisches Wandgemälde von dem selben Maler „mit großen, blonden,  blauäugigen Germanen“ vor, das an den Wänden des Kuppelbaus angebracht werden sollte und ebenfalls der Propaganda gedient hätte. Es wurde nie verwirklicht, aber bis in die 1980er Jahre gab es Bemühungen, das Gemälde doch noch fertig stellen zu lassen. 

Dass der Ort heute vor allem ein Lern- und Gedenkort ist, zeigte Schülerin Sophie Grote anhand von Schülerarbeiten. In zahlreichen Schulprojekten hatten sich Lerngruppen schon mit dem Ort auseinandergesetzt und zum Beispiel ein interaktives Geschichtsquiz entwickelt. 

Ralf Stegner war begeistert von der Führung durch die Schüler und lobte das Potenzial des Ortes: „Es ist ein Ort, den man nicht einfach sich selbst überlassen darf.“ Gerade weil die Aufarbeitung der Geschichte dieses Ortes lange zu zögerlich stattgefunden habe, freue er sich über die Initiative, diesen Ort zum Lern- und Gedenkort umzugestalten. Er werde dabei auch in Zukunft mit Rat und Tat mithelfen, versicherte der Stegner zum Schluss seines Besuches.  

zu den aktuellen Ausgaben

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass bei der Aktivierung des Magazins eine Verbindung zum Anbieter Yumpu aufgebaut wird und Daten übermittelt werden.

aktuelle Beilagen

Veranstaltungen