Platt ward ok hüüt noch schnackt

Das 65. Steinburger Jahrbuch ist erschienen

Jan Ocker (li.) und Miriam Hoffmann haben die Texte für das Steinburger Jahrbuch zusammengestellt, Grafikdesigner Michael Herold zeichnet für das Layout und die Abbildungen verantwortlich. (Foto: Claaßen)

Kreis Steinburg (tc) – 360 Seiten geballte Sprachgeschichte zwischen zwei Buchdeckeln: Der Heimatverein hat sein 65. Steinburger Jahrbuch herausgegeben. Es ist zweisprachig, denn passend zum Thema „Niederdeutsch“ sind viele Beiträge auf Plattdeutsch verfasst.
In vielen Steinburger Gemeinden und besonders bei der älteren Landbevölkerung hat sich Plattdeutsch bis heute erhalten können. Die 36 Autoren blicken in ihren Beiträgen auf das vielschichtige Thema in Vergangenheit und Gegenwart. Dabei befassen sich die Beiträge einerseits mit ausgewählten Facetten der bedeutsamen Regionalsprache und liefern andererseits eigene Texte „op Platt“.
Nach zwei wissenschaftlichen Studien aus den Jahren 1984 und 2016 hätte sich die Anzahl der Plattdeutsch sprechenden Menschen in Schleswig-Holstein halbiert, gibt Herbert Frauen, stellvertretender Vorsitzender des Heimatverbandes, das Ergebnis der Erhebungen wieder. Demnach sprechen nur noch 25 Prozent der Einwohner Niederdeutsch. Allerdings, so Frauen, sei der Abwärtstrend gebrochen, was auch daran liege, dass Plattdeutsch wieder in Schulen unterrichtet werde. Dennoch stelle sich die Frage: Wie hat sich die niederdeutsche Sprache entwickelt und wo will sie hin und wo hat sie noch einen Platz im Leben? Für viele gehöre Plattdeutsch zur regionalen Identität, deswegen sei es dem Heimatverein wichtig dazu beizutragen, dass die niederdeutsche Sprache nicht untergeht. Damit Plattdeutsch aber weiterleben könne, sei es wichtig, dass es nicht beliebig gesprochen und auseinandergeflattert werde, sondern es eine gewisse Standardisierung geben müsse, wie sie in Schulen bereits unterrichtet werde, so Frauen.
Prinzeßhof-Leiterin Miriam Hoffmann hat zusammen mit Jan Ocker die zahlreichen Beiträge, die eingesandt worden sind, gesichtet und ausgewählt. „Es sprudelte nur so vor Beiträgen“, freut sich Hoffmann, und somit wechseln sich Fachtexte mit eigenen Geschichten und Gedichten auf Platt ab. Zwei der Autoren sind unter 20 Jahren, das hob Jan Ocker hervor.
„Das Buch wendet sind auch an Nicht-Plattschnacker, die hier eine Heimat gefunden haben“, betont Karl-Heinz Zander vom Heimatverband. Da die Herausgeber mit einem größeren Interesse an dem niederdeutschen Thema rechnen, haben sie die Auflage im Vergleich zum Vorjahr um 300 auf 1.300 erhöht. Das Steinburger Jahrbuch ist für 14,90 im Buchhandel erhältlich.

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