Lernen aus der Pandemie

Grundschule am Störtal ausgezeichnet

© Thomas Claaßen

Oelixdorf (anz) – „Lernen aus der Pandemie“ lautete das Motto des fünften Wettbewerbs um den Titel „Schule des Jahres Schleswig-Holstein“. Bildungsministerin Karin Prien und die Direktorin des Instituts für
Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) Dr. Gesa Ramm überreichten im Hohen Arsenal in Rendsburg vor rund 150 Gästen die Preise.

Mit einem Preisgeld in Höhe von 12 000 Euro ging der erste Preis in diesem Jahr an die Grundschule am Störtal in Oelixdorf. Über den zweiten Platz und ein Preisgeld von 8 000 Euro freute sich das Gymnasium Goethe-Schule in Flensburg. Die Berufsbildende Schule Friedrich-List-Schule in Lübeck erreichte den dritten Platz mit einem Preisgeld von 6 000 Euro. Den mit 5 000 Euro dotierten Sonderpreis des Ministerpräsidenten erhielt die Schule Altstadt, Gemeinschaftsschule der Stadt Rendsburg.

In ihrer Begrüßungsrede würdigte Ministerin Karin Prien noch einmal ausdrücklich das Engagement und die Arbeit aller Schulen: „Sie begleiten Kinder und Jugendliche in einer Zeit, die von Krisen geprägt ist: der globale Klimawandel, die Pandemie und jetzt der Krieg in der Ukraine.“ Es gelinge ihnen dabei sehr oft erfolgreich, den Kindern und Jugendlichen ein Gefühl der Selbstwirksamkeit und Resilienz zu vermitteln. „Unsere Schulen haben besonders in den vergangenen beiden Jahren enorme Herausforderungen bewältigt und ich bin sehr beeindruckt, wie viele Schulen aller Schularten sich vor diesem Hintergrund noch um den Schulpreis beworben haben.“

Insgesamt 30 Schulen hatten ihre Unterlagen eingereicht. Das diesjährige Motto „Lernen aus der Pandemie“ bezeichnete Ministerin Prien als „hochaktuell, und daher ist es nicht nur das Motto dieses Wettbewerbs, sondern auch das Thema der schleswigholsteinischen KMK-Präsidentschaft in diesem Jahr. „Die Ideen, Projekte und Konzepte, die in den vergangenen beiden Jahren entwickelt wurden, wollen wir nutzen, um unser Bildungssystem in die Zukunft zu führen. Die gewonnenen Erfahrungen wollen wir für die zukünftige Schul- und Unterrichtsgestaltung mitnehmen, verbreiten und gemeinsam weiterentwickeln“, sagte die Ministerin.

Prien dankte allen, die diesen Wettbewerb ermöglicht und organisiert haben: dem IQSH, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, der Musikhochschule Lübeck, der Muthesius Kunsthochschule, der Europa-Universität Flensburg, dem Bildungs- und Tagungszentrum Tannenfelde, der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, der IHK Schleswig-Holstein, SchuleWirtschaft Schleswig-Holstein und der UVNord. Ihr Dank ging auch an die Medienpartner Kieler Nachrichten, Lübecker Nachrichten und Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, die den Wettbewerb durch die Vorstellung der beteiligten Schulen öffentlichkeitswirksam begleitet hätten. „Als Jurymitglied bin ich bei den Schulbesuchen immer wieder von der herausragenden Arbeit und dem Engagement der Lehrkräfte beeindruckt“, sagte Dr. Gesa Ramm, Direktorin des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH).

„Jetzt liegen viele Ideen vor, die wir auch in Netzwerken, wie zum Beispiel im Perspektivschulnetzwerk, allen Schulen im Land zugänglich machen wollen.“ Zudem werde das IQSH alle Schulen weiterhin bei der Schulentwicklung intensiv unterstützen und begleiten. Dabei fließen die Erfahrungen aus der Zeit der Pandemie ein. „Wir passen die Unterstützungsangebote in Fort-, Weiterbildung und Beratung flexibel an die jeweiligen Erfordernisse an. Denn die Schule der Zukunft entwickeln wir gemeinsam mit den Schulen“, so Ramm.

Am Wettbewerb „Schule des Jahres“ können Schulen aller Schularten teilnehmen. 30 Schulen hatten sich 2021 schriftlich um die Auszeichnung beworben und viele Unterlagen eingereicht. Elf Schulen und vier Perspektivschulen (für den Sonderpreis) wurden in einer Sitzung der Jury im Januar 2022 nominiert und von mindestens vier Mitgliedern der Jury im Februar/März 2022 besucht. Auf der Grundlage der Bewerbungsunterlagen sowie der Besuche bestimmte die Jury die drei Siegerschulen und machte dem Ministerpräsidenten einen Vorschlag für den Sonderpreis, den dieser annahm. Die Jury setzt sich aus 35 Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Partner sowie aus Landeseltern- und Schülervertretern zusammen.

Die Grundschule am Störtal in Oelixdorf zeichnet sich dadurch aus, dass sie alle Schüler gleichermaßen fördert. Das stellte die Jury bei ihrem Schulbesuch eindeutig fest. Bildungsgerechtigkeit wird beispielsweise durch die starke Integration des DaZ-Zentrums begünstigt. Die Schule konnte auch während der Pandemie auf hervorragenden, wertschätzenden und kooperativen Strukturen aufbauen.

Als Modellschule für digitales Lernen bestand bereits vor der Pandemie bei allen an Schule Beteiligten ein Selbstverständnis in Bezug auf die Notwendigkeit, sich intensiv mit digitaler Bildung auseinanderzusetzen. Neben dem kontinuierlichen Einsatz digitaler Medien und der inzwischen selbstverständlichen Integration von itslearning ist eine niederschwellige Diagnostik der Unterstützungsbedarfe der einzelnen Schüler die Regel.

An der Grundschule am Störtal gibt es ein ausgezeichnetes Übergangsmanagement, das fehlende Bildungsvoraussetzungen ausgleicht und häufig den Grundstein für gymnasiale Bildungskarrieren legt. Eine ausgeprägte Feedbackkultur ist an der Grundschule am Störtal erfolgreich etabliert. Schüler geben am Ende des Unterrichts ihren Lehrkräften Feedback, damit bei eventuellen Lernschwierigkeiten unmittelbar die Ursache gefunden und nachgesteuert werden kann. In den Unterrichtsbesuchen der Jury war ebenfalls zu erkennen, dass die Feedbacks der Lehrkräfte an die Lernenden zielführend waren und von diesen gut angenommen werden konnten.

Begünstigt wird das Schulleben durch eine hervorragende Organisations- und Kommunikationsstruktur. Es werden die Stärken aller Schulbeteiligten wie selbstverständlich hervorgehoben sowie darauf geachtet, Herausforderungen der Personen durch gegenseitige Unterstützung zu kompensieren. Den Ideen aller wird stets Raum gegeben, beispielsweise werden auf einem Kanban-Board Veränderungsnotwendigkeiten festgehalten, diskutiert und umgesetzt.

Auch Fortbildungen werden im Sinne eines lebenslangen Lernens als feste Größe im Kollegium erachtet. Die Verantwortlichkeiten in der Schule sind klar geregelt – jeder weiß, was er oder sie zu tun hat, Aufgaben werden dabei möglichst gerecht verteilt. Ein starkes Führungsteam übernimmt die Verantwortung für die Schule und hat dabei stets auch die Gesundheit der Kollegen sowie der Schüler im Blick. Es gibt gemeinsame Ziele für die Schule sowie eine gemeinsame Vision, die sich aus den Anliegen der Kinder, Eltern und der Lehrkräfte speist. Diese Schule wird als ein Lern- und Lebensort verstanden, der gemeinsam weiterentwickelt wird.

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