Insolvenzantrag: keine Finanzierungszusage fürs Piratenland und Black Island im Holstein Center

Christian Schramm-Bünning: "Seit drei Monaten ist nichts passiert" ++ Insolvenzverwalter: Kaufpreis für "Piratenland" und "Black Island" ist noch nicht bezahlt + + Tim Erhardt: "Das geht alles los!"

War's das für das Projekt Piratenland und Black Island im Holstein Center? Christian Schramm-Bünning (li.) hat Insolvenzantrag für die Pretpark gestellt, nachdem er seit drei Monaten auf eine Finanzierungszusage gewartet habe und erste Kosten aufgelaufen seien. Tim Erhardt (re.) sagt jetzt, dass er kurzfristig für Liquidität sorgen wolle. (Fotos/Montage: Claaßen)

Itzehoe (tc) – Platzt die Blase vom „Piratenland“ und „Black Island“ im Holstein Center? Die von HC-Eigentümer Tim Erhardt und Christian Schramm-Bünning (ehemaliger Geschäftsführer und Inhaber der beiden Freizeiteinrichtungen) im Frühjahr gegründete „Pretpark Entertainment Center UG“ wollte den Indoorspielplatz und die Schwarzlicht-Minigolfanlage nicht nur fortführen, sondern um weitere Aktivitäten erweitern. Doch Schramm-Bünning als Gesellschafter und alleiniger Geschäftsführer der Pretpark hat am Montagmorgen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Itzehoe gestellt.
„Seit drei Monaten wollte ich klare Auskunft darüber haben, wann wie viel Geld zur Pretpark kommt, bin aber immer nur vertröstet worden und habe ausweichende Antworten erhalten“, so Schramm-Bünning. Seit Mai hätten ihm Gehaltszahlungen zugestanden, bis auf einmal habe er sein Gehalt aber nicht vollständig erhalten. Unter anderem würden auch Monteure, die die Spielgeräte am alten Standort in der Emmy-Noether-Straße abgebaut hätten, auf ihr Geld warten. Und auch der Insolvenzverwalter wartet noch auf die Zahlung des vereinbarten Kaufpreises für das Anlagevermögen – sprich Inventar – sowie die Marken Piratenland und Black Island. „Ich kann bestätigen, dass der Kaufpreis bis jetzt noch nicht bezahlt worden ist“, so Rechtsanwalt Niklas Marwedel im Telefonat mit dem Anzeiger am Montagnachmittag. Deswegen habe er zunächst einen Mahnbescheid, nach ausgebliebener Zahlung dann einen Vollstreckungsbescheid beantragt. Zu holen ist da jedoch im Moment nichts: Auf dem Pretpark-Konto herrscht gähnende Leere, wie Schramm-Bünning bestätigt.
„Ich bin sehr enttäuscht“, sagt dieser. „Drei Monate lang hat Tim Erhardt beteuert, dass es losgeht, doch er hat sich an keine einzige Vereinbarung gehalten.“ Mehrmals habe Schramm-Bünning Erhardt Fristen gesetzt und angekündigt, Insolvenz anzumelden, wenn er keine Finanzierungsbestätigung vorlegen könne – nichts sei passiert. Marwedel: „Es war zugesichert, dass die Finanzierung Anfang Mai steht.“ Doch bis zum heutigen Tage, ergänzt Schramm-Bünning, liege keine Finanzierungszusage einer Bank vor.
Tim Erhardt seinerseits geht davon aus, dass der Insolvenzantrag zurückgezogen wird. „Wir beschaffen jetzt kurzfristig eine Liquidität, damit unsere Pläne umgesetzt werden können“, sagte er auf Nachfrage des Anzeigers. Kurzfristig bedeute: innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen. „Wir haben neue Finanzinvestoren an Bord und das ursprüngliche Konzept erweitert“, so Erhardt. Nicht mehr nur 5.200, sondern 6.500 Quadratmeter der ehemaligen Marktkauffläche sollten einbezogen werden, zudem sollte die Altersspanne der Zielgruppe von 0 auf 99 Jahre ausgeweitet werden, um den Umsatz zu erwirtschaften, damit sich die Pretpark selbst tragen könne. „Das ist nicht einfach so aus dem Ärmel zu schütteln.“ Mitte nächster Woche, erzählt Erhardt weiter, solle das Konzept stehen. „Ich mag Christian Schramm-Bünning unglaublich und möchte weiter mit ihm zusammenarbeiten“, gibt er sich optimistisch. Die Situation sei schwierig, umso wichtiger sei es, „jetzt nicht die Nerven zu verlieren“. Für Erhardt steht fest: Der Plan, das „Piratenland“ und „Black Island“ sowie weitere Spielewelten mit einem neuen Konzept zu eröffnen, werde umgesetzt. „Das geht alles los.“
Für Christian Schramm-Bünning hat es nichts damit zu tun, die Nerven zu verlieren. „Wenn man drei Monate hingehalten wird und die Finanzierungszusage einfach nicht vorgelegt wird, obwohl Tim Erhardt auch den Gläubigern zugesichert hat, dass die Finanzierung steht, ist jetzt einfach der Punkt erreicht, an dem Schluss ist.“

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