"IG Hundehalter Itzehoe" droht mit dem Töten von Weidetieren

Auf 500 Metern Länge haben Unbekannte den Weidezaun in den Nordoer Binnendünen zerschnitten. Sie fordern in einem Bekennerschreiben die Verlegung des Zauns und drohen mit weiterer Gewalt.

Die selbsternannte "IG Hundehalter Itzehoe" droht mit dem Töten von Weidetieren. (Foto: Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein)

Breitenburg-Nordoe (anz) – Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist bestürzt! Unbekannte haben am Montag, 20. Januar, die Drähte des elektrischen Weidezaunes auf der Süderweide im Stiftungsland Nordoe südlich von Itzehoe zum wiederholten Mal zerschnitten. Die neue Dimension bei dieser Sachbeschädigung: In der Geschäftsstelle der Stiftung Naturschutz in Molfsee ging am darauffolgenden Tag ein Bekennerschreiben ein. Eine Interessengemeinschaft (IG Hundehalter Itzehoe) bekannte sich zur Tat und forderte die Verlegung der Zauntrasse. Besonders kriminell: Sollte das nicht bis zum Ende des Monats geschehen, würde die IG weitere Maßnahmen – bis hin zur Tötung von Weidetieren – ergreifen.
„Ich bin erschüttert und zutiefst beunruhigt, dass sich eine Gruppe schriftlich zur Tat bekannt hat und unverhohlen mit einer weiteren Eskalation der Lage droht“, sagt Sandra Redmann, ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Wir haben jetzt Strafanzeige gestellt. Die Kriminalpolizei Itzehoe ermittelt in alle Richtungen.“
Hundehalter sind verpflichtet, in Naturschutzgebieten ihren Vierbeiner an der Leine zu führen. Ein Recht auf freie Bewegung im Gelände besteht nicht, auch wenn das zu Zeiten, als dort die Bundeswehr noch Eigentümer des Geländes war, nach Aufgabe des Übungsbetriebes möglich war. Die Stiftung Naturschutz hat sich bewusst im Sinne des Tierwohls der Rinder und Wildtiere für einen Elektrozaun entschieden. Hunde tragen bei der Berührung keinen Schaden davon, lernen aber schnell, dass sie sich nicht den Zäunen nähern sollten.
„Abgesehen vom materiellen Schaden in Höhe von 2.500 Euro und viel Arbeit habe ich natürlich Angst um meine Tiere, zumal der oder die Bekenner mit der Vergiftung und dem Tod meiner Rinder und Ponys drohen“, sagt Tierhalter Dirk Andresen von Weidelandschaften e. V.. Durch die zerschnittenen Zäune könnten die Tiere zudem ungehindert die Weidelandschaften verlassen und auf angrenzende Straßen laufen. „Da kann es auch leicht zu Personenschäden kommen!“
Zum Hintergrund: 2018 haben die Gemeinden die Hauptwege ausgeschildert und gekennzeichnet, um die Besucher  auf die zulässigen Wanderrouten hinzuweisen. In diesem Zuge sperrte die Stiftung Naturschutz auch die Wege durch die auch unter europäischen Schutz stehenden Weideflächen, um bodenbrütende Vögel, wie Flussregenpfeifer und Heidelerche, und europaweit gefährdeten Amphibienarten zu schützen. Denn immer wieder kam es zu Störungen durch Besucher, wurden Weidetiere durch hetzende Hunde gefährdet. Mehrfach gab es Risse der Burenziegen.
Wer sachdienliche Hinweise zu dem Vorfall hat, melde sich bei der Polizeistelle Wellenkamp unter 04821 6079020.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Dann geben Sie uns gerne ein "Daumenhoch" oder folgen Sie uns auf Facebook, um keinen Beitrag aus Ihrer Region zu verpassen.

  • berufswahl Xtra

    berufswahl Xtra 2020 6

  • Bauen Wohnen

    Bauen Wohnen 2019 39

  • Erfolgreiche Unternehmen Anzeiger

    Erfolgreiche Unternehmen Anzeiger 2019 19

#------------------------------------------------------------------------------------------ # Plugilo #------------------------------------------------------------------------------------------