Flüchtlingshelfer dringend gesucht!

In der Stadt und im Amtsbereich fehlen ehrenamtliche Helfer, die Flüchtlinge betreuen +++ Hans Arns: "Es ist wirklich eine schöne Aufgabe."

Steffanie Schärmann (Mitte) koordiniert bei der Stadt die Flüchtlingshilfe, Hans Arns (li.) kümmert sich um die Flüchtlingsbetreuung im Amt Bad Bramstedt-Land. Jan Pedd (re.) ist Sachgebietsleiter Fachgebiet Soziales bei der Stadt. Foto: Otto

Bad Bramstedt/Amt Bad Bramstedt-Land (hot) – „Refugees Welcome“ („Flüchtlinge willkommen“) – dieser politische Slogan wurde 2015 – als Deutschland die „Flüchtlingsflut“ erreichte – zum Anglizismus des Jahres gekürt. Die Willkommens-Kultur war ebenso enorm wie die Hilfsbereitschaft. Doch heute scheint das Thema nicht mehr so im Fokus zu stehen wie damals, die Hilsbereitschaft ist merklich „abgeebbt“. „Wir suchen dringend ehrenamtliche Helfer, die die Flüchtlinge betreuen“, sagen Steffanie Schärmann und Hans Arns. Steffanie Schärmann kümmert sich seit Januar 2016  hauptamtlich um die Koordination der Flüchtlingshilfe in Bad Bramstedt, Hans Arns ist seit drei Jahren hauptamtlicher Flüchtlingsbeauftragter im Amt Bad Bramstedt-Land. „Am Anfang war der Andrang noch groß. Damals hatten wir bis zu 40 Helfer, darunter waren auch viele Deutschlehrer, die den Flüchtlingen Deutsch beibrachten“, blickt Steffanie Schärmann zurück.
Und heute? „Derzeit sind es gerade einmal noch 15 Helfer, auf fünf von ihnen kann ich jederzeit zurückgreifen“, fügt sie hinzu. „Die Helfer sind ausgelastet. Und wenn sie älter werden, können sie keine Flüchtlinge mehr betreuen und hören auf“, umschreibt sie das Problem.
Doch Hilfe ist nach wie vor dringend nötig. Jan Pedd, Sachgebietsleiter Fachgebiet Soziales bei der Stadt, gibt einen Überblick über die derzeitige Situation: Derzeit sind in der Stadt Bad Bramstedt 147 Flüchtlinge untergebracht – in 23 angemieteten Wohnungen, 31 angemieteten Appartements und in zwölf städtischen Wohnungen. Das Aufnahme-Soll im vergangenen Jahr betrug 33 – es wurde sogar „übererfüllt“. Das Aufnahme-Soll 2020 sei noch nicht bekannt, nach Einschätzung sei das Niveau gleichbleibend. Derzeit erhalten 61 Personen aus 41 Fällen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)
Die anderen erhalten Leistungen vom Jobcenter oder können sich eigenständig versorgen. Nicht anders sieht es im Amt Bad Bramstedt-Land aus. 173 Flüchtlinge gibt es zur Zeit im Amtsbereich, untergebracht sind sie in 50 Wohnungen, „Schwerpunkte“ sind unter anderem Großenaspe, Weddelbrook, Wiemersdorf und Bimöhlen. „Viele denken, dass keine Flüchtlinge mehr kommen. Es wird aber keinen Stopp geben“, sagt Hans Arns, der sich noch bis Ende Mai als Außendienstmitarbeiter um die Flüchtlingsbetreuung kümmert, unterstützt von 15 Ehrenamtlichen. Danach will er ehrenamtlich weitermachen.
„Nach der ersten Euphorie sind viele müde geworden. Jetzt ist zu spüren, dass nicht alles so schnell gut läuft“, sagt Arns im Blick auf die Integration. Er wünscht sich, dass die Willkommens-Kultur von damals wiederbelebt wird. „Ich habe gute und menschlich tolle Begegnungen erlebt. Das hat mein Leben und meinen Horizont erweitert. Es ist wirklich eine schöne Aufgabe“, sagt er. „Wer in der Flüchtlingsbetreuung helfen möchte, neue Ideen hat oder eine Wohnung zur Verfügung stellen kann, kann sich gerne bei uns melden“, so Arns.
Wo kann man hier einkaufen? Wo bekomme ich ärztliche Hilfe oder Kita-Plätze für die Kinder? Dabei können die Betreuer helfen, ebenso wie bei Behördengängen.
„Es hilft aber auch schon viel, einfach nur mit den Menschen zu reden“, weiß Steffanie Schärmann aus Erfahrung. „Man sollte aber schon offen für die Thematik und für Neues sein und Lust auf andere Kulturen haben“, fügt Jan Pedd hinzu.
Wer Interesse hat, sich in der Flüchtlingsbetreuung zu engagieren, kann sich hier melden: Steffanie Schärmann, Telefon 04192 50647, Hans Arns, Telefon 04192 2009503 (Ines Mehlan) oder mobil 0157 74127277.

Sachspendensammlung am 5. Februar:

Und auch hier kann man helfen: Für Mittwoch, 5. Februar, ruft Steffanie Schärmann, Koordinatotorin der Flüchtlingshilfe in der Stadt Bad Bramstedt, zur Sachspendensammlung für Flüchtlinge auf. Gebraucht werden Handtücher (jede Größe), Bettwäsche, Bettdecken, Spannbettlaken, Gläser, Besteck, Töpfe und Pfannen, einfache Küchenutensilien wie Rührlöffel, Dosenöffner und ähnliches und Wasserkocher. Es wird keine Kleidung angenommen!
Die Spenden können am 5. Februar von 9 bis 12 Uhr im Gebäude am Tegelbarg 34 (neues Gebäude nach dem „Kieler Modell“) abgegeben werden.

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