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War das ein heißes Musikfest!

Heiße Rhythmen und heiße Temperaturen beim 21. Internationalen Musikfest in Bad Bramstedt

Bei den Temperaturen braucht man schon einen kühlenden Windhauch: Anna, Lea und Mathilda verschafften sich mit Fächern und Ventilator ein wenig Abkühlung. Fotos: Otto/BT Orchester

Das Tyrolerorkester aus Saeby (Dänemark) - hier Dan Hejslet - heizte dem Publikum im Festzelt mächtig ein und sorgte für ausgelassene Stimmung.

Ein echtes Highlight: Die Band "Heavy Brass" sorgte auf der Osterauinsel fürs Funky-Feeling.

Fulminanter Auftakt: Das Erste Europäische Jugendorchester unter der Leitung von Andreas Niskala bekam beim Eröffnungskonzert stehende Ovationen.

Bad Bramstedt (anz/hot) –  Das „Hoch Hartmut“ machte das 21. Internationale Musikfest in Bad Bramstedt zu einer heißen Sache. Trotz Temperaturen um 37 Grad zogen die mehr als 900 Musiker aus Dänemark, Frankreich, Norwegen, den Niederladen, Schweden und Deutschland das Programm mit 70 Konzerten und dem großen Festumzug  durch. „Wir hatten so großartige Unterstützung von der Stadt, dem Bauhof, der Polizei und den Sponsoren, dass alles auch bei kurzfristigen Änderungen reibungslos geklappt hat“, sagte der BTO-Vorsitzende Dr. Malte Noack, der mit Maike Fraikin und Jessica Tonn vom BTO die Hauptverantwortung für alle Abläufe trug.
1.500 Liter Wasser hatte das BTO den Musikern wegen der Hitze kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Bramstedt sorgte für weitere Wasserzapfstellen in der Stadt und mit Wasserspielen auf dem Bleeck für eine willkommene Abkühlung. Mit Fächern, Handventilatoren und Sprühflaschen kämpften Publikum und Musiker gegen die Hitze.
Besonders beliebt waren die Konzerte im klimatisierten Kaisersaal und auf der 
Osterauinsel, die erstmals zum Konzertplatz wurde. In der Nähe der Osterau und im Schatten der großen Bäume ließ es sich gut aushalten, zumal man sich auch dort mit Getränken und Speisen versorgen konnte. Einige Orchester verlegten am Sonntag ihr Konzert vom Zelt auf den kühleren Rasen unter den Bäumen am Roland. 
Die Sanitäter von Lebensretter SH waren an dem Wochenende mit fünf Leuten zur Stelle, wenn es gesundheitliche Probleme gab. Einsatzleiter und Notfallsanitäter Roger Fürst hatte sich mit entsprechendem Material und kurzen Schichten für seine Leute auf die Hitze eingestellt. „Das ist hier ein richtig gutes Teamspiel mit BTO und Feuerwehr, die für Abkühlungsmöglichkeiten sorgt“, sagte Roger Fürst, der ausdrücklich den besonnenen Umgang mit Alkohol auf dem Musikfest lobte. Am heißen Samstag hatten die Sanitäter mit 13 Patienten während der 14-Stunden-Schicht weniger Notfälle als bei den hohen Temperaturen prognostiziert.
Auch wenn wegen der großen Hitze deutlich weniger Besucher kamen, war die Stimmung von Freitag bis Sonntag grandios. Das Erste Europäische Jugendorchester hatte eine Woche für das Eröffnungskonzert am Freitagabend geprobt und mit seinem schwedischen Dirigenten Andreas Niskala in kurzer Zeit ein außerordentlich anspruchsvolles Programm erarbeitet. Die jungen Musikerinnen und Musiker im Alter bis 25 Jahren, denen man ansah, dass sie so richtig Spaß am Musizieren haben, wurden vom Publikum frenetisch gefeiert. „Schon die Proben haben toll geklappt“, war auch Andreas Niskala (46), der in seiner Heimat das Jugendorchester Mjölby Ungdomsmusikkår dirigiert, begeistert. Das Rezept bringt er auf den Punkt: „Musik und Freundschaft“.
Auch das BT Orchester unter der Leitung von Timo Hänf begeisterte mit anspruchsvollen Stücken und einem rasanten Xylophon-Solo von Geburtstagskind Maike Fraikin am Freitag und Partymusik wie „Wackelkontakt“ und „Sweet Caroline“ am Samstagabend im Zelt. 
Die Band „Heavy Brass“ des Bundespolizeiorchesters Berlin lockte das Publikum mit exquisitem Pop und Funk auf die Osterauinsel. Die Profimusiker waren erstmals dabei und wollen beim nächsten Musikfest auch wieder spielen. Das Tyrolerorkester aus dem dänischen Saeby, Oppsal Janitsjar aus Norwegen und die Tanzband „Funky Tones“ aus Iseringhausen brachten das Zelt zum Kochen. 
Dass auf die große Musikerfamilie Verlass wurde an dem Wochenende immer wieder deutlich. Ein Beispiel: Als BTO-Baritonsaxofonist 
Peter Endrikat sein Instrument am Freitag für das Konzert auspackte, war das Saxofon wegen des Defekts an der Überblasklappe nicht spielbereit. Das Europäische Jugendorchester war gerade mit seinem Konzert fertig und der junge Bartionsaxofonist aus dem schwedischen Mjoelby lieh Peter Endrikat sein Instrument aus. Der brauchte nur sein Mundstück aufzustecken und konnte so sein Solo im Konzert spielen.
Malte Noack freut sich, dass die Osterauinsel als neuer Konzertplatz extrem gut angenommen wurde und ist hoch zufrieden mit dem Verlauf des 21. Musikfestest: „Es gab nur positive Rückmeldungen und die Stimmung war extrem ausgelassen.“
„Als das erste Internationale Musikfest 1965 stattfand, hätte wohl niemand geahnt, dass daraus eine Tradition entstehen würde, die Generationen verbindet und Menschen aus vielen Ländern immer wieder nach Bad Bramstedt führt. Damals wie heute steht die Musik im Mittelpunkt. Aber eigentlich geht es um noch viel mehr: um Gastfreundschaft, um Offenheit und um die Freude daran, Menschen zusammenzubringen“, betonte Bürgervorsteherin Annegret Mißfeldt beim Eröffnungskonzert im 
Kurhaustheater. Und so entstehen auch immer wieder neue Kontakte und Freundschaften. Weil die Kinder nun aus dem Haus sind, hatten sich Jens und Uta Bonnermann aus Bad Bramstedt gesagt: „Da können wir doch mal einen Musiker aufnehmen.“ Gesagt, getan. Zu Gast hatte das Ehepaar, das zum ersten Mal eine Einquartierung beim Musikfest hatte, Lucas M0ller, Trompeter bei Saeby Garden (Dänemark). Und so waren die beiden Bad Bramstedter mit ihrem Gast auch am ganzen Wochenende voll dabei und mittenmang und Teil der großen Musikfestfamilie.

Mehr Fotos in unserer Bildergalerie unter www.ihranzeiger.de/galerien/bildergalerien

 

 

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