Mehr Mitspracherecht für Menschen mit Behinderung!

Beirat für Menschen mit Behinderung: Stadt startet zweiten Anlauf und sucht Bewerber

Sie machen sich stark für den Behindertenbeirat (v.li.): Werner Weiß, Dagmar Neiß, Jan Pedd und Dr. Wolfgang Arnhold. Foto: Otto

Bad Bramstedt (hot) – Als eine von wenigen Modell-Kommunen im Kreis Segeberg beim Projekt „Wir entscheiden mit. Politische Partizipation von Menschen mit Behinderung“ ist Bad Bramstedt bereits auf einem guten Weg. Im November vergangenen Jahres sollte nun ein Beirat gewählt werden, der Menschen mit Behinderung mehr politisches Mitspracherecht garantieren soll.  Allein – es meldeten sich nicht genügend Bewerber. Nun startet die Stadt einen zweiten Anlauf.
Und zwar mit einer Änderung, die die Bildung des Beirats erleichtern soll. Die Stadtverordnetenversammlung hatte gleich im Dezember beschlossen, dass der Beirat nicht mehr aus acht Mitgliedern, sondern aus bis zu acht und mindestens sechs Mitgliedern bestehen soll. Gesucht werden mindestens drei und bis zu fünf Einzelbewerber, die ihre Behinderung amtlich nachweisen können. Außerdem soll dem Beirat ein Elternteil oder ein Ehepartner eines Menschen mit Behinderung angehören. Zudem sollen bis zu zwei Vertreter/innen der örtlichen Wohlfahrtsverbände (zum Beispiel Lebenshilfe, Sozialverband oder betreuungsverein) gewählt werden.
Sozialamtsleiter Jan Pedd ist zuversichtlich, dass es diesmal klappt: „Ich halte auch weiterhin Kontakt zu den bisherigen Bewerbern.“
Dr. Wolfgang Arnhold von der Lebenshilfe Bad Segeberg ist Leiter des kreisweiten Projekts „Wir entscheiden mit...“ und hat die Bildung des Beirats hier in Bad Bramstedt initiiert. „Die Erfahrung bei der Bildung von Beiraten hat gezeigt, dass die Resonanz relativ zurückhaltend ist“, sagt er im Blick auf etwa Bad Segeberg und Henstedt-Ulzburg. Das Interesse müsse erst geweckt werden. Diese Erfahrung kann die Bad Bramstedter SPD-Politikerin Dagmar Neiß, die sich ehrenamtlich bei der Lebenshilfe engagiert, bestätigen. Menschen mit Behinderung bräuchten etwas länger, sich dafür zu entscheiden, sich ehrenamtlich zu betätigen. „Da braucht man etwas Geduld“, sagt sie.
Die Wichtigkeit des Beirates unterstreicht Wolfgang Arnhold: „Echte politische Mitbestimmung wird durch die Mitarbeit in dem Behindertenbeirat garantiert. Ein solcher Beirat kann eigene Themen auf die Tagesordnung setzen und Planungsprozesse maßgeblich mitgestalten.“
Aus jahrzehntelanger Erfahrung mit Menschen mit Behinderung weiß auch Werner Weiß, der sich als Vorsitzender der Lebenshilfe Bad Bramstedt für die Inklusion einsetzt, wie wichtig der Beirat ist und welche Chancen er bietet. Zum Beispiel, wenn es um das Thema Barrierefreiheit in der Stadt geht. Ein Mensch mit Behinderung stelle sich etwa die Frage: „Kann ich mit meinem Dreirad zum Bäcker fahren, um Brötchen zu kaufen?“
Der Beirat, der mindestens viermal im Jahr tagen soll,  vertrete die Interessen und Anliegen der in Bad Bramstedt lebenden und arbeitenden Menschen mit Behinderungen, bringt es Jan Pedd auf den Punkt. Und davon gab es – Stand 31. Dezember 2017 – in der Rolandstadt nach Angaben von Wolfgang Arnhold 2.571 Menschen. In den politischen Gremien hat der Beirat Rede- und Antragsrecht.
Bis Ende des vergangenen Jahres hatten sich die Behindertenbeauftragte Andrea Seydel und ihre Stellvertreterin Birgit Teichmann um die Belange der Menschen mit Behinderung gekümmert. Doch ihre Amtszeit endete mit Ablauf des Jahres.
Die Bewerbungsfrist für die Bildung des Beirats geht noch bis zum 15. Februar. Interessenten können sich gerne im Rathaus melden. Dort liegt ein Formular aus, das es auch in „Leichter Sprache“ gibt.
Der ausgefüllte Bewerbungsbogen muss dann wieder bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Kontakt: Stadt Bad Bramstedt, Sachgebiet Soziales z. H. Herr Pedd, Bleeck 15-19, 24576 Bad Bramstedt, Telefon 04192 50673, E-Mail sozialamt@bad-bramstedt.de. Voraussetzungen für die Bewerbung: Man muss mindestens 18 Jahre alt sein und in Bad Bramstedt wohnen.
Die Wahl soll dann am Dienstag, 1. März, um 18 Uhr in der Mensa der Jürgen-Fuhlendorf-Schule stattfinden. Wahlberechtigt sind Menschen, die ihre Beeinträchtigung amtlich dokumentieren können. Es wird ein Fahrservice eingerichtet. Anmeldungen dafür sind bis zum 25. Februar bei der Stadt möglich.

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