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Wie gefährlich ist der Bullendorfer Weg?

Schwerer Unfall eines 79-jährigen E-Bikes-Fahrers in Elmshorn wirft Fragen auf

Der Bullendorfer Weg in Elmshorn: Neben der Betonspur klafft eine mehrere Zentimeter tiefe Kante. Es gilt Tempo 30. Das Verkehrsschild weist auf Straßenschäden hin. (Foto: Frank)

Elmshorn (jhf) Die beiden Betonspuren sind an vielen Stellen gebrochen. An den Übergängen zum Kiesbett klaffen etliche Schlaglöcher. Der Bullendorfer Weg im Norden von Elmshorn ist eine Holperpiste. Anfang Mai verunglückte dort ein 79-jähriger E-Bike-Fahrer. Der Elmshorner zog sich nach Angaben der Polizei schwere Kopfverletzungen zu und wurde per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Die Fortsetzung des Bullendorfer Wegs auf dem Gebiet der Gemeinde Altenmoor ist asphaltiert. Doch der Unfall ereignete sich auf dem unbefestigten Abschnitt, das heißt in Elmshorn, wie die Polizei auf Anfrage der Holsteiner am Wochenende mitteilte.

Ursache des Unfalls: unbekannt

„Jeder Radfahrer, der im Elmshorner Stadtgebiet verunfallt, ist einer zu viel“, stellte Dörte Köhne-Seiffert, Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, auf Anfrage unserer Zeitung fest. Allerdings sei ihr die Ursache des Unfalls nicht bekannt. So teilte die Polizei nicht mit, ob der Radfahrer durch einen Schwächeanfall, einen technischen Defekt am E-Bike oder ein Schlagloch zu Fall kam. Trotzdem will Köhne-Seiffert die Verwaltung in der nächsten Ausschusssitzung am Donnerstag, 30. Mai, nach dem Zustand des Weges fragen. Sie will wissen, ob es ausreicht, die Schäden wie bisher kurzfristig auszubessern, oder ob ein größeres Bauprojekt notwendig ist. Die Sitzung im Rathaus beginnt um 18 Uhr.

Politik lehnte den Ausbau bereits zweimal ab

Die Gemeinde Altenmoor ließ ihren etwa 500 Meter langen Abschnitt des Bullendorfer Wegs 2009 und 2010 sanieren. Die Trasse erhielt einen neuen Unterbau und eine Asphaltdecke. Einem Medienbericht zufolge hatte der damalige Bürgermeister Wolfang Bochert-Konschany den Ausbau als „unbedingt notwendig“ bezeichnet. Auf dem Weg hätten sich mehrere Unfälle ereignet. Die Stadt Elmshorn entschied sich gegen eine Sanierung ihres etwa 600 Meter langen Abschnitts.

"Kein Nutzen für die Allgemeinheit"

Drei Jahre später wies Bochert-Konschany die Stadt erneut auf den schlechten Zustand der Elmshorner Strecke hin – ohne Erfolg. Der Ausschuss für kommunale Dienstleister beschloss 2013 einstimmig, den Weg nicht auszubauen. Zwar hatte die Verwaltung aufgrund einer erheblichen Verkehrsgefährdung einen Vollausbau gefordert. Doch die Grünen hielten den Zustand für ausreichend. Die CDU befürchtete, dass eine Sanierung mehr Autos anziehen werde. Die SPD befand, dass der Weg keinen Nutzen für die Allgemeinheit hätte.

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