Hausmeisterpaar Bawolski ist jetzt im Ruhestand

06.12.2017

Rasen gemäht, Kinder getröstet, Schlösser gewechselt – dafür gabs den goldenen Fugenkratzer

Schulleiter Kay Grünbauer (Mitte) überreichte dem Hausmeister-Ehepaar Ute und Siegfried Bawolksi einen Paar-Schirm. Foto: mk

Itzehoe (mk) – „Es war eine tolle Zeit – und jetzt lassen wir die Sektkorken knallen.“ Ehe es jedoch so weit war, mussten sich Siegfried und Ute Bawolski noch etwas gedulden. Das Hausmeister-Ehepaar, das 23 Jahre lang an der Grundschule Edendorf für Ordnung sorgte, ist würdig vom gesamten Kollegium in den Ruhestand verabschiedet worden.
„Folgende Attribute treffen auf Sie beide zu“, begann Schulleiter Kay Grünbauer seine Laudatio, in der er das Ehepaar als fleißig, gewissenhaft, vorausschauend und besonders verlässlich bezeichnete. „Sie waren außerdem sehr sparsam – wenn Geld ausgegeben wurde, dann nur für eine große Menge Fugenkratzer“, wandte sich Grünbauer an Siegfried Bawolski und überreichte ihm persönlich einen „vergoldeten“ und haltbaren Kratzer für den Privathaushalt.
Gar nicht hinterfragen wollte Grünbauer, wie viele Stühle, Bänke oder Tische das Paar in den Jahren geschleppt oder repariert hat oder wie oft es Rasen gemäht, Kinder getröstet oder Zylinder an den Türen gewechselt hat.„Sogar spät abends klingelte der eine oder andere noch bei uns an der Tür, weil nach dem Sport in der Turnhalle etwas liegen geblieben war oder Kinder in den Ferien im Klassenraum etwas vergessen hatten“, lachte Ute Bawolski. Das aber habe zu ihrem Job, der für sie keine Arbeit, sondern vielmehr eine Berufung gewesen sei, gehört.
Doch was machen die Bawolskis nun im Ruhestand? „Erst einmal ein viertel Jahr nichts und einfach nur auf dem Sofa sitzen“, antwortete der ehemalige Hausmeister spontan, während Ehefrau Ute zugab, dass sie sich erst einmal daran gewöhnen müsse, den ganzen Tag ihren Mann im Hause zu haben. „Wir werden die gemeinsame Zeit nutzen und spontan sein“, sagte das Ehepaar, das sich auf den neuen und ruhigeren Lebensabschnitt freut. „Mehr Zeit für den Hund, für das Enkelkind und für Ausflüge und Hobbys.“
Für ihre gemeinsamen Unternehmungen hatte das Kollegium sich etwas besonderes ausgedacht. Passend zum norddeutschen Wetter überreichte der Schulleiter an das scheidende Hausmeister-Ehepaar einen Paar-Regenschirm. Einig werden müssen sich die beiden jetzt nur noch über die „Schirmherrschaft“.

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